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Politik und Poesie, PoetrySlam mit Ella Anschein

26.02.2019 CJD Königswinter « zur Übersicht

Toleranz, Demokratie und Gerechtigkeit sollten in unserer Gesellschaft großgeschrieben werden. So machten es auch die sieben Poetinnen und der eine Poet, die am 26.02 unter der Leitung von Ella Anschein in der Aula aufgetreten sind. Die sieben Poetinnen (von Realschule und Gymnasium) hatten vorher in einem zweitätigen Workshop das kreative Schreiben und die Regeln des PoetrySlams kennengelernt. Außerdem haben sie sich mit dem Motto "Zusammen!?" auseinandergesetzt, dieses wurde zusammen mit einigen Leitfragen von dem Anbieter, der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgegeben.
Dass beim PoetrySlam alles erlaubt ist, musste manchen Teilnehmerinnen mehrfach erklärt werden, aber umso schöner wurden die Texte am Ende.
Doch noch einmal ganz von vorne. Es ist Donnerstagmorgen, die Schulwoche ist fast vorbei, es ist noch etwas kalt und vor allem früh, also kurz um die Zeit, die man am liebsten im Bett verbringt. Trotzdem haben sich sieben Schülerinnen voller gemischter Erwartungen auf dem Weg zur Schule begeben. Sie werden die nächsten zwei Tage an einem PoetrySlam-Workshop teilnehmen, der von der angehenden Schauspielerin und Slamerin Ella Anschein geleitet werden soll. Die nette, junge, etwas kleinere Frau mit den blonden Haaren und der schwarzen Brille haben alle schon kurz kennengelernt, sie hat nämlich Anfang der Woche bereits Werbung für den Workshop in den Klassen gemacht. Obwohl Ella also nicht ganz unbekannt ist, gibt es noch Zweifel: "Hätte ich nicht besser doch zum Untericht gehen sollen?" "Was soll ich denn da? Ich habe mich doch nur angemeldet, weil sie mir etwas leidtat." Aber es gibt auch Schülerinnen, die sich bereits die ganze Woche auf den Workshop gefreut haben.
Als erstes steht das Kennenlernen auf dem Plan, es werden Spiele gespielt und es wird viel gelacht, wenn auch noch etwas zurückhaltend. Es ist 8:20 Uhr und wir reden über Slam, der Kopf ist noch nicht ganz wach, aber es funktioniert trotzdem erstaunlich gut. Einige stellen fest, dass sie mit dem Slamen bisher kaum in Berührung gekommen sind und das ist auch okay so, denn schließlich sollen wir ja auch etwas lernen können.
Zunächst lernen wir etwas über unsere Sprache; wie wir sprechen sollen, damit man uns gerne zuhört, wo unser Grundton liegt, wie man richtig betont und Vokale fliegen lässt. Ella erzählt voller Spannung, sie gibt uns viele Beispiele und erzählt auch zwischendurch Witze. An einigen Stellen lässt sie uns auch selbst probieren. Schnell entsteht das Gefühl von Vertrautheit. Doch kaum ist man richtig angekommen, beginnt schon die erste Phase des Schreibens. Etwas unbeholfen aber voller Elan beginnen wir gemeinsam. Das Ergebnis sind wundervolle Texte, die alle eine persönliche Note haben. Nach mehreren Phasen des Schreibens und einigen Spielen (zu Koordination und Sprache) sind die beiden Tage leider schon vorbei. Abwarten und Überarbeiten sind nun die Stichwörter, mit Blick auf die Aufführung.
Am Dienstag (26.02) wurden die Texte dann vor einem gemischten Publikum in unserer Aula vorgetragen. An dem gemütlichen Abend mit Rund 50 Zuschauern, ist noch eine weitere Poetin und ein weiterer Poet zu der Gruppe hinzugestoßen. Auch die Beiden habe ihre Texte zum Besten gegeben. Es wurden politische Reden überspitzt, Lebensgeschichten erzählt und manch einer hat einfach mal alles rausgelassen.
Abschließend war für jede Poetin und jeden Poeten ein kleiner Erfolg zu spüren; und wer weiß, vielleicht gibt es ja bald wieder einen PoetrySlam bei uns am CJD.

Tina Traußneck (10a)