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Der Apfel fällt nicht weit vom Ben - Klasse 8e führt Schillers "Wilhelm Tell" auf

23.01.2018 CJD Königswinter « zur Übersicht

Das 1804 von Friedrich Schiller fertiggestellte Drama nimmt den Stoff des Schweizer National- bzw. Gründungsmythos um den Wilhelm Tell und den Rütlischwur auf. Hinter der Geschichte um den legendären Freiheitskämpfer steckt ein wahrer Kern: Um 1300 schlossen Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli, einer Wiese am Vierwaldstättersee, mit einem Eid einen Bund gegen die tyrannischen Landesvögte der Habsburger, der nach der Ermordung eines Vogts durch Tell in einen offenen Aufstand mündete und zur Entstehung der Alten Eidgenossenschaft führte. Wenn wir heute noch die Schweizer häufig als „Eidgenossen“ bezeichnen, geht das auf diese Zeit zurück.

Die berühmte Szene, bei der Wilhelm Tell auf Befehl des Landvogtes Gessler mit der Armbrust den Apfel vom Kopf seines (in diesem Fall, siehe Überschrift, von Ben gespielten) Sohnes schießen muss, um dessen Leben und sein eigenes zu retten, kennt jeder. Als die 8E nun Schillers Freiheitsdrama aufführte, musste er fallen, das gehört einfach dazu. Und natürlich lag hinter der Bühne ein mit einem Pfeil durchbohrter Apfel bereit, der nach dem Meisterschuss präsentiert wurde. Damit das Publikum aber den „Fake“ nicht mitbekam, zog im entscheidenden Augenblick ein fesselnder Dialog auf der anderen Seite der Bühne die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.

Nicht nur diese spielerische Herausforderung meisterten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8E, die den Tell in einer eigens zu diesem Zweck von Herrn Koropp gekürzten Version am Jugenddorf-Abend am 23. Januar im Kellertheater vor ihren Eltern und interessierten Schülern anderer Klassen zur Aufführung brachten, mit Bravour. Wenn man bedenkt, dass nach der erst Anfang Dezember verworfenen ursprünglichen Projektidee der Klasse nur sechseinhalb Wochen – der Zeitraum der Sommerferien, um einen Vergleich zu haben – zur Verfügung standen, um die Texte in den Kopf zu bekommen, angemessen zu artikulieren, Positionen und Bewegungsabläufe auf der Bühne zu verinnerlichen, Gestik und Mimik zu optimieren und vieles weitere mehr, zollt die Leistung der Schüler allergrößten Respekt ab. Wirklich ALLER Schüler, denn ein jeder, in kleiner oder großer Rolle, trug auf der Bühne seinen unverwechselbaren Teil zum Gelingen des Gesamten bei. Die Eltern zeigten sich sichtlich beeindruckt und waren zu Recht stolz auf die große Show ihrer Sprösslinge.

Als Klassenlehrer möchte ich mich an dieser Stelle ganz besonders bedanken bei Lutz Koropp, an dessen Seite ich als „Handlanger“ viel über die Inszenierung von Schülertheater lernen durfte, bei der Technik-AG und hier namentlich bei Daniel Schneider, der die Laienschauspieler ins richtige Licht setzte und passgenau Hintergrundgeräusche einspielte – und natürlich bei meinen Schülerinnen und Schülern, die großartig mitgezogen und wirklich über sich hinausgewachsen sind. Und damit habt ihr, so ganz nebenbei, eure Klassengemeinschaft nachhaltig gestärkt – ich bin stolz auf euch!

Lukas Vreden