Türme für Pisa

Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um ein ehrgeiziges Bauprojekt. Allerdings nicht im konventionellen Sinne: TfP ist ein Wettbewerb, der jedes Jahr von der Ingenieurkammer Bau NRW in unserem Bundesland durchgeführt wird. In diesem Jahr haben wir, ein paar Schüler der 10e (Schuljahr 2002/2003) unter der Leitung von Herrn Dr. Poll daran teilgenommen. Die Aufgabe war folgende: Baue aus den erhaltenen Materialien (Fünf Pappebögen, etwas Papier und ein paar Kleinigkeiten) einen möglichst stabilen Turm, der im Verhältnis zu seinem Eigengewicht die größtmögliche Last trägt, in der Höhe von 120 cm (b/d/h=50/50/120). Im ersten Moment hörte sich das für uns ganz einfach an: Man nehme die Pappe und erbaue eine Röhre in den gegebenen Größen. Jedoch wurde uns ein Strich durch diese Rechnung gemacht, denn die Auflagefläche musste wie folgt beschaffen sein: Der Turm durfte nur in einem Bereich mit der Breite b=6cm stehen.
So machten wir uns an die Arbeit und natürlich versuchten wir, nicht direkt uns auf eine „Turmstruktur“ zu einigen, sondern testeten unzählige Türme erst einmal in Miniatur aus. Obwohl bis auf einen dieser Türme keiner regelkonform war, steigerten wir uns so in das Testen hinein, dass wir schließlich auch versuchten, Gesetzmäßigkeiten herauszufinden. Da wir uns so in dieser Arbeit verloren hatten rückte der Termin der Abgabe immer näher und schließlich entschieden wir uns doch, die erste Idee zu nehmen, den ersten regelkonformen Turm. Aber nicht genug der unsinnigen Arbeit! Wir bauten erst einen Prototypen um Routine zu bekommen und eventuelle Fehler zu vermeiden. Jedoch hatten wir nicht beachtet, dass dieser eine unheimlich hohe Traglast hatte und wir auch keine Apparatur bauen konnten, die in der Lage war jene zu testen. Wir versuchten es mit allen Gewichten, die die Physiksammlung her gab, mit Holz und Wasser … nichts half. Schließlich kam einer auf die Idee einen Menschen auf den Turm zusetzen. Da wir uns nicht zu helfen wussten griffen wir diesen Beitrag auf und setzten einen unserer Schüler auf den Turm. Im ersten Moment trug der Turm Friedrich, aber dann kam Kai, versuchte ihn gerade auszurichten, Friedrich kam aus dem Gleichgewicht und fiel durch den Turm auf den Physiksaalboden. So, damit war der Turm kaputt und wir hatten noch drei Tage, um einen „richtigen“ Turm zu bauen. Schließlich schafften wir es dann doch noch und waren mit unserem Ergebnis recht zufrieden.
Am Tag der Entscheidung fuhren wir nach Aachen, an die RWTH. Dort wurden die Türme gewogen, bewertet und getestet. Nach viel Arbeit und einer langen „Zitterpartie“ erreichten wir dann auf Regionaler Ebene den dritten Platz. Etwas enttäuscht waren wir darüber schon, aber eins ist sicher: Wir kommen wieder und werden besser !

Catherina Haags und Friedrich Schuler
 
 

 

Auf dem Sommerfest 2003 werden Türme gebaut

Physiklehrer: Dr. Andreas Poll
Fotos: Tobias Mayer