Hauptstadtjournalisten in spe – „Stress gehört dazu“


40 junge Medienmacher trafen sich eine Woche im deutschen Bundestag zum Jugendmedienworkshop 2007


Berlin. Zu Anfang bekamen wir direkt eine rote Karte in die Hand gedrückt – unseren Presseausweis, der es uns ermöglichte, eine Woche im Bundestag ein und aus zu gehen. Am 26. November 2007 ging der Workshop los, dazu reisten 40 Jugendliche aus ganz Deutschland an, die sich über ein Bewerbungsverfahren bei der Jungendpresse Deutschland beworben hatten. „ Schön , dass ihr hier seid, es wird sicher eine spannende Woche mit vielen neuen Erfahrungen für euch“ begrüßte uns Annette Verheyen, die persönliche Referentin der Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner. Der Jungendmedienworkshop wurde von der Jugendpresse Deutschland, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem deutschen Bundestag organisiert. Direkt im Anschluss an die Begrüßung haben wir den Bundestag für uns entdeckt. Unsere ersten Eindrücke konnten wir in unserer ersten Redaktionssitzung der „Politik Orange“ verarbeiten, die Zeitung, die im Rahmen der Workshops der Jugendpresse Deutschland entsteht. Jeder von uns durfte sein Thema mitbestimmen. Am folgenden Tag bekamen wir bei Recherche-Streifzügen durch die Hauptstadt die Möglichkeit, selber zu unseren Artikel zu recherchieren. Es gab vier verschiedene Themenbereiche, aus denen wir wählen konnten: Integration, Entwicklungszusammenarbeit, Arbeiten und Klimawandel. Am Morgen haben wir in einem Gespräch mit Gerhard Hofmann, dem ehemaligen Leiter des RTL-Hauptstadtstudios, gute Tipps bekommen, wie man als Hauptstadjournalist arbeitet. Wir konnten auch mit Abgeordneten nach thematischen Gruppen diskutieren und so unsere Informationen einholen. Am Abend im Hostel haben wir täglich unsere Erfahrungen ausgetauscht und weiter an der Zeitung gearbeitet.

Der Mittwoch war ein ganz besonderer Tag: Jeder durfte in eine Redaktion der Hauptstadtpresse hospitieren. Ich war bei der Bild am Sonntag. Es war sehr spannend bei der morgendlichen Telefonkonferenz dabei zu sein und zu sehen, wie die Artikel geplant werden. Außerdem hat mein Redakteur, Bernhard Kellner, mir den Bundestag auf eine neue Weise gezeigt. Ich habe so die Möglichkeit bekommen, alles aus den Augen der Presse zu sehen. Man hat einen guten Eindruck von der täglichen Arbeit eines Hauptstadt-Journalisten bekommen. Zum Höhepunkt des Tages waren wir im Abgeordnetenrestaurant im Reichstagsgebäude mit vielen bekannten Journalisten und Abgeordneten, unter anderem auch mit dem Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert, essen. Dies gab uns die Möglichkeit viele Kontakte zu knüpfen und die Journalisten der anderen Teilnehmer kennen zu lernen. Auch der Donnerstag war nicht weniger spannend. Wir durften an einer Plenarsitzung teilnehmen, in der der neue Arbeitsminister Olaf Scholz eine Rede hielt. An diesem Tag hatte ich auch die Möglichkeite die beiden Abgeordneten aus unserem Wahlkreis zu treffen, Dr. Norbert Röttgen und Ulrike Merten. Beide haben mich mit einem netten Kaffetrinken begrüßt. Nachmittags hatten wir die Möglichkeit Berlin auf eigene Faust zu entdecken und unsere Artikel fertig zu schreiben, schließlich war Donnerstagabend die Abgabefrist. In der Nacht haben viele von uns durchgearbeitet. Wir haben Fotos ausgewählt und die Texte kontrolliert. Die Betreuer der deutschen Jugendpresse haben uns dabei sehr geholfen. Dann kam leider schon der letzte Tag der Woche. Im Studio des Bundestages haben wir eine TV- Diskussion durchgeführt zum Thema der Woche: „Die Wahrsager: Medien.Politik.Lobbyismus.“ Dies war der krönende Abschluss einer sehr intensiven Woche. Zeit zum Ausruhen hatte man in der Woche kaum, aber wie Susanne Kastner sagte: „Wir wollen auch, dass ihr den wirklichen Alltag eines Hauptstadjournalisten oder eines Abgeordneten erfahrt, da gehört Stress dazu.“

Cosima Gill, 12c

Bericht auf der Website der Bundestagsabgeordneten Ulrike Merten

Jugendmedienworkshop 2007 - Cosima Gill - Falscher Blickwinkel (pdf)
Jugendmedienworkshop 2007 -Cosima Gill - Hast Du Problem - JMWs 2007 (pdf)