Eric Satie: Eine Musik, die gegen den Strich geht


 

Passend zum Namen des musikalischen Duos „La petite musique“ haben sich die beiden Musikerinnen, Jolanta Lerch und Boguila Sokirko, den kleinen Formen der Musik verschrieben: dem Minimalismus. Zusammengefunden haben sich die Saxophonspielerin und die Klavierspielerin vor vier Jahren. Seither proben sie zwei - bis dreimal pro Woche zusammen. Dabei haben Beide ihre Leidenschaft für das Minimalistische entdeckt und sind so auf den französischen Cabaret-Pianisten und auch Komponisten Eric Satie gestoßen. Zusammen mit Rudolf Hebeler haben sie ein Programm über die Person Saties erarbeitet: „Hommage à Eric Satie“. Das Ergbenis dieser Zusammenarbeit präsentierten sie am Wochenende einem erlesenem Publikum in dem Kreativhaus der Jugenddorf Christophorusschule Königswinter. Vorgetragen wurden die musikalischen Arbeiten des französischen Komponisten von den beiden Solistinnen in Form von einigen seiner Orginalwerke, aber auch eigenen Arrangements für Saxophon und Klavier. Ergänzt wurde die Musik mit Texten von Sartie, die Rudolf Hebeler vorlas. Gekonnt versetzte er sich in die Person Saties und seine Mimik zeigte, dass ihm die Texte sehr vertraut sind. Mit stimmlichem Geschick und guter Betonung riss er das Publikum mit sich. Die geistreichen und gleichermaßen humoristischen Texte brachten die Zuhörer zum Nachdenken, aber auch zum Lachen. Die Musikstücke erzählten teilweise selber eine Geschichte, wie das Stück „Son binocle“, auf deutsch „seine Brille“. „Wir schätzen es sehr, wie es Sartie gelingt, die Musik und die Literatur zu verbinden. Seine Wortwahl ist auch stets sehr beeindruckend“, so die Pianistin, Bogumila Sokirko. Aber nicht nur die Wortwahl von Sartie fand bei dem Publikum große Zustimmung, sondern auch seine Kompositionen. Die beiden Solistinnen schienen perfekt aufeinander abgestimmt: Mal wechselten sie sich im Musizieren ab, und es erschien wie ein Rede und Antwort Spiel, und mal harmonierten sie zusammen. Die Art der Musik von Sartie ist schwer zu fassen. Heike Hoffmann, Lehrerin am CJD, findet bei der Eröffnung des dritten Konzertes des Trios die passenden Worte: „Sartie schrieb eine Musik, die gegen den Strich geht. Seine Musik ist anders als die, die man heute kennt und nicht leicht zu verstehen. Aber seine Klänge hinterlassen in den Zuhörern eine positive Verwirrung.“ Dies zeigt, dass das Konzert keine leichte Kost für das Publikum war, sondern recht anspruchsvoll. Nicht immer harmonierte die Musik mit den Texten von Sartie, so bildeten sie zum Beispiel bei den „Drei vornehmen Walzern von widerlicher Affektiertheit“ einen Kontrast. Besonders humorvoll fanden die anwesenden Musikliebhaber die sarkastische Auseinandersetzung mit Bürokraten und Beamten in Saties „Sonatine bureaucratique“. Insgesamt zeigte der Abend nicht nur, dass Eric Satie viele Facetten hatte, sondern auch, dass seine Interpreten ihn abwechslungsreich präsentieren konnten. Ein Zitat von Satie besagt: „Es ist so viel einfacher, Leute zu langweilen, als sie zu amüsieren.“ Aber das Trio hat es eindeutig geschafft, das Publikum zu unterhalten und so die von Satie besagte Langeweile zu unterbinden.

 

Cosima Gill, 13c