Wir über uns
„Am Anfang standen eine große Spannung, vereinzelt Ängste,
und eine Art Hoffnung! Sie kamen in den Fragen zum Ausdruck: „Wie ergeht
es mir in der Oberstufe und insbesondere in dem Förderzweig?“ „Werde
ich es überhaupt schaffen? Gehöre ich in die 11e?“ „Wird es jetzt anspruchsvoller?“
Nun war es endlich soweit! Viele gute Ideen waren zusammengekommen,
so auch eine Gruppe Jugendlicher, wir, die dem Schulbeginn –mit den
oben angeführten Erwartungen- gespannt entgegensahen. Der große Tag:
Ein volles Foyer, jede Menge Schüler vor Klassenlisten und die Verwirrung
der Schüler der 11e! Wo ist der Raum I-01??? Wer ist Frau Huppertz???
Dann schlossen sich einige ziellose Jugendliche zusammen, um gemeinsam
ihre Tutorin und ihren Klassenraum zu suchen. Nach Zusammenkunft im
Internat stellte sich heraus, dass wir überhaupt keinen Klassenraum
haben konnten, selbst einen Stundenplan hatten wir zunächst nicht. Aber
wir wussten, wir waren die Ersten, die diesen Schritt zur speziellen
Förderung für Hochbegabte an der Christophorus-Schule Königswinter wagten,
und somit fanden die anfänglichen organisatorischen Probleme zum größten
Teil Verständnis: Was diese kleinen Probleme verursachte, war die Tatsache,
dass unser Schuljahr anders strukturiert ist, nämlich in Trimestern.
Das Ziel ist es, den kompletten Unterrichtsstoff in 2 der 3 Trimestern
zu bewältigen. Das 3. Trimester, auch "Vertiefungsphase" genannt, besteht
dann aus Projekten, die auf dem Unterrichtsstoff basieren. Zu diesem
anders strukturiertem Schuljahr kam aber noch ein weiteres Problem mit
dem Stundenplan: Da wir ja auch noch integrative Kurse belegt hatten,
überlagerte sich unser Stundenplan mit dem der anderen, was zusätzliche
Verwirrung stiftete. Die Koordination dieser beiden Stundenpläne glich
einer Meisterleistung, bescherte uns aber viermal nachmittags Unterricht.
Der Unterricht jedoch hat es in sich: Neue Möglichkeiten
standen uns offen, wie zum Beispiel die selbstständige Erarbeitung des
Unterrichtsstoffes mit anschließender Vorstellung desselben. Auch können
wir unabhängig voneinander in unserem eigenem Tempo arbeiten. Dieser
Gruppenarbeit folgt dann meist eine Vorstellungsphase, bis keine Fragen
mehr offen sind. Für uns ist diese Art von Unterricht bereits selbstverständlich
geworden, genauso wie das Tempo. Fazit: Bis auf die kleinen Startschwierigkeiten,
bedingt durch Zeitmangel bei der Planung und Organisation, läuft es
super und wir sind sehr zufrieden! Inzwischen ist das erste Trimester,
in dem wir viel unterrichtlichen Stoff und die vielen Erfahrungen verarbeitet
haben, vorbei. So mancher Kopf rauchte einstweilen, aber das Lernen
an sich und die damit verbundene Lernatmosphäre waren bis auf wenige
Stunden super. Endlich hatten wir einen Unterricht mit höheren Anforderungen
und bis auf wenige Ausnahmen viel Spaß...
Wir möchten auch noch einmal allen Lehrern danken, besonders unserer
Tutorin Frau Huppertz, die so viel Freizeit opfern und uns dies alles
erst ermöglichen!“
Stellvertretend für die Klasse 11 E,
Annika Achter, Aida Arandan, Carina Giesen, Sarah
Neugber
Abschlussworte oder die ersten Erfahrungen
der Tutorin:
„Es ist eine große Herausforderung, in der 11e zu unterrichten,
und es macht darüber hinaus sehr viel Spaß! So werden z.B. durch das
differenzierte Denken der Schüler fachliche Probleme bzw. Themen im
Unterricht angesprochen, die über die üblichen Inhalte des Lehrplans
hinausgehen. Oft entstanden bei dem Prozess des selbstständigen Problemlösens
vielfältige und sehr anspruchsvolle Diskussionen, die teilweise sogar
universitäres Niveau erreichten. Ich fand mich plötzlich in einer ganz
anderen Lehrerrolle wieder. In einem noch viel stärkeren Maße als üblich,
übernahm ich die Rolle eines Moderators und teilweise sogar eine für
die speziellen, vertiefenden Fragestellungen den Schülern nahezu gleichgestellte
Rolle.
Für einige Lehrer mag dieses andere Lehrerverständnis
vielleicht etwas merkwürdig erscheinen, jedoch ist es gerade dieses
Rollenverständnis, das im höchsten Maße spannend ist. Natürlich treten
auch manchmal einige Schwierigkeiten auf, die jedoch durch die Freude
am Unterrichten relativ schnell lösbar sind. Ich freue mich auf jeden
Fall auf die weitere Zusammenarbeit mit der 11e und auch insbesondere
auf die Erfahrungen in der Vertiefungsphase.“
Claudia Huppertz,
Tutorin