Kreativitaetsfoerderung im Gesamtkonzept der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Koenigswinter


Kreativitätsförderung im Gesamtkonzept der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter


Verfasser: Hans-Joachim Gardyan

 

Wenn man in einer an guten weiterführenden Privatschulen nicht gerade armen Region wie dem Großraum Bonn eine neue private Schule eröffnen möchte, gehört neben einer gehörigen Portion Optimismus zweifellos Phantasie und Kreativität ins Handgepäck. Dergestalt ausgestattet gründete das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) vor genau zehn Jahren seine jüngste weiterführende Schule, die sich als „Gymnasium mit integrierter Hochbegabtenförderung und Realschulzweig“ versteht. Kreativität als notwendiger Erfolgsmotor spielt in Königswinter bis heute eine zentrale Rolle – sei es bei den Lehrern, Sozialpädagogen und Eltern – vor allem aber bei unseren Schülern. Wie sieht diese „etwas andere“ Schule aus?

1. Die schulische Konzeption

Unsere Schule ist ein Gymnasium mit integrierter Hochbegabtenförderung (seit 1995) sowie eine Realschule und wird ergänzt durch ein Internat (2000) und eine schulpsychologische Beratungsstelle (2001). Der Träger hat eine über zwanzigjährige Praxis in der schulischen Hochbegabtenförderung in Deutschland. In dieser bewährten CJD-Tradition haben wir den „Förderzweig für allgemein hoch begabte Jugendliche in der Sekundarstufe II“ aus Braunschweig übernommen und im Sek.I-Bereich bereits ab der Klasse 5 sogenannte Integrationsklassen eingeführt, in denen jeweils zur Hälfte hoch begabte Kinder mit gut begabten Gymnasiasten gemeinsam unterrichtet werden. Unsere drei schulpädagogischen Grundansätze (Gymnasial-, Realschul- und Hochbegabtenpädagogik) „unter einem Dach“ schaffen nicht nur Synergien, sondern verlangen als allgemeines Lernziel die Akzeptanz des anderen – ein Lernziel, das sich auch aus unserem christlichem Menschenbild ergibt: den anderen anerkennen, sei er leistungsschwach oder leistungsstark, hoch begabt oder weniger begabt. Daraus folgt die Akzeptanz auch der Leistung des anderen und damit die Atmosphäre einer leistungsorientierten Schule, ohne dabei den Wert des Menschen von der Leistung her zu definieren.1)
In der Hochbegabtenförderung favorisieren wir statt einer frühen Spezialisierung einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Im außerunterrichtlichen Bildungsbereich bieten wir den Schülern über hundert Arbeitsgemeinschaften, eine eigene Übungsfirma, eine umfangreiche Lern- und Arbeitsbibliothek mit Internetanschluss sowie eine eigene Musikschule an. Die zahlreichen Veranstaltungen des halbjährig erscheinenden Jugenddorfprogramms bestehen aus Fachvorträgen externer Experten, Exkursionen, Konzerten und Tagungen. Gleichzeitig ist dieses Programm eine wichtige Präsentationsplattform für produktorientierte Schülerarbeit. Eine frühe Selbständigkeit in der Informationsbeschaffung (Arbeitsbibliothek), aber auch Mitverantwortung und Mitgestaltung des Schullebens durch die Schüler ergänzen das Bild einer helfenden und fördernden Schule. Seit dem Schuljahr 2000 / 2001 sind wir Ausbildungsschule für Referendare des Studienseminars Troisdorf, die im Rahmen ihrer Referendarausbildung auch in der Hochbegabtenpädagogik praktisch unterwiesen werden.


2. Das schulische Klima

Was eigentlich Kreativität ist, scheint zunächst jedem klar. Bei genauerem Hinsehen erfährt man eine eigentümliche Weite und Grenzenlosigkeit, die in dem Bedeutungsfeld steckt und eine präzise begriffliche Einengung erschwert. Zudem beschleicht den Schulpraktiker ein gewisses Unbehagen, wenn er seine etwas lahmen Mittelstufenschüler ohne sichtbaren musischen, musikalischen oder sonstwie kreativen Elan ins Visier nimmt und sich erinnert, wie die gleichen Schüler in der 5. und 6. Jahrgangsstufe quirlige, phantasievolle und kreative Kinder waren. Ist hier wirklich nur die Pubertät daran schuld, dass ab einem gewissen Alter die Begeisterung sich in girl- und boy-groups der jeweiligen jugendspezifischen Popkultur fokussiert? Dann müsste ja in der Oberstufe nach dem Herauswachsen aus dieser Phase ein regelrechter „run“ auf kreative Angebote einschließlich des Musischen stattfinden. Oder könnte es doch sein, dass die schulische Sozialisation eine Weiterentwicklung der Kreativität kaum fördert sondern eher bremst?
Wie dem auch sei, mir erscheint es erwiesen, dass die Kreativität des Schülers ein zartes gefährdetes Pflänzchen ist, das der behutsamen Pflege bedarf.

Das zarte Pflänzchen KREATIVITÄT benötigt:


A. „Verwurzelung in gutem Boden“
Geborgenheit im christlichen Menschenbild mit seiner Ganzheitlichkeit, Individualisierung und Gemeinschaftsverantwortung
Förderung von Begabungen / Ausgleich von Schwächen

B. „Dünger“
ein anregungsreiches breitgefächertes Lern- und Lebensumfeld, das Neugier weckt

C. „günstige Klimafaktoren“
Förderung des Selbstbewusstseins durch Förderung der Eigenständigkeit und Selbständigkeit in der Informationsbeschaffung; Zulassen von Orginalität und Querdenken
Training der Präsentationskultur und des schulischen Austauschs
ein positiv besetzter Leistungsbegriff und
eine ermunternde affirmative Pädagogik ohne „Leistungsranking“

Das christliche Menschenbild geht von dem jungen Menschen als einzigartigem, geliebten Geschöpf Gottes aus. Die Konsequenz ist eine stark individualisierende Pädagogik, die uns nicht zuletzt in der Hochbegabtenpädagogik das Fundament legt: „Du bist so, wie du bist, für uns wichtig und wertvoll“ Es gibt weder den genormten Hochbegabten wie den genormten Schulversager. Individuelle Vielfalt zuzulassen ist zwar pädagogisch anstrengend, aber einer kreativen Schule höchst förderlich.
Ein zweites: das christliche Menschenbild sieht jeden Menschen, sicher in unterschiedlicher Ausprägung aber immer gleichzeitig als mit Begabungen ausgestattet und mit Schwächen behaftet. Schule muss sich somit sowohl als „Helfende Schule“ (z.B. durch Hausaufgabenbetreuung, Förderunterricht, Nachhilfe, Schülermentorensystem, Mediation, Behindertenintegration usw.) verstehen als auch als „Fördernde Schule“ ( über 100 Arbeitsgemeinschaften für alle Schüler, Veranstaltungen des Jugenddorfprogramms wie Projektvorstellungen, Expertenvorträge, Konzerte, Exkursionen, eine eigene Musikschule, Übungsfirma usw.)
Eine eigene schulpsychologische Beratungsstelle berät vertiefend in den beiden Bereichen schulischer Zuwendung: Im helfenden Bereich diagnostiziert sie verlässlich Lese-Rechtschreibschwächen oder Dyskalkulien, im fördernden Bereich Intelligenz, Motivation und Arbeitsbereitschaft, um die für unsere Hochbegabtenförderung wichtige Abgrenzung einer speziellen von einer allgemeinen Hochbegabung zu erreichen. 2)
Darüber hinaus kann der Schüler im christlichen Menschenbild Geborgenheit und Sinn erfahren, lernt Verantwortung der Gemeinschaft gegenüber und wird zur Akzeptanz des Nächsten und seiner Leistung angeleitet. 3)

Schließlich ist eine christliche Pädagogik ganzheitlich: Jeder Schüler wird gleichzeitig aus dem Blickwinkeln der vier CJD-Kernkompetenzen gesehen. Diese sind:
Die Religionspädagogik, die Sinnfragen thematisiert (Du bist gewollt),
die Musische Bildung, die die Ich-Wahrnehmung schärft (Du bist einzigartig),
die Politische Bildung, die an die Verantwortung appelliert (Du bist gefragt) und
die Sport- und Gesundheitpädagogik, die die Leiblichkeit betont (Du bist geschaffen). 4)
Insgesamt bemüht sich die Schule, wichtige Voraussetzungen für Kreativität zu schaffen:
Als erstes will und kann sie Geborgenheit vermitteln, die signalisiert:“Trau dich!“
Als zweites bedarf es einer bunte Palette von Anregungen, Gelegenheiten und Ideen. Dieses anregungsreiche Lern- und Lebensumfeld im Jugenddorf, das neugierig macht, wird weiter unten im extracurricularem Bildungsbereich vorgestellt.(s.u.).
Eine dritte Voraussetzung, kreatives Potential umsetzen zu können , ist die Förderung der Eigenständigkeit und Selbständigkeit, die wir besonders in der Informationsbeschaffung durch den Schüler selbst forcieren.
Notwendige Voraussetzung für eigenständiges und selbstverantwortendes Lernen ist eine umfangreiche Lern- und Arbeitsbibliothek, in der unter fachmännischer Betreuung und Aufsicht auch bereits jüngere Schüler ihre Internetrecherche vornehmen und bibliographieren können. Eine Einführung in die gängigen Informationstechnologien (word, excel, powerpoint) findet bereits in den unteren Klassen 5 und 6 statt.
Ein wichtiger Schritt, Kreativität auch tatsächlich im Schulleben zu ermöglichen, richtet den Augenmerk auf die Schaffung eines nicht selbstverständlichen Rahmens, in dem es den Schülern Freude bereitet, Präsentationen jeder Art vorzuführen und zu rezipieren.


3. Extracurriculare Kreativitätsförderung

Über 100 Arbeitsgemeinschaften von Altgriechisch über Imkerei bis Zirkus werden dem jungen Menschen angeboten, und es gehört zum verbindlichen Bildungskanon, mindestens eine AG zu belegen. Da die Lehrer den größten Teil der AGs anbieten, lernen die Schüler ihre Lehrer ohne den unterrichtsspezifischen Leistungsdruck in einer anderen „Rolle“ kennen. Kreativitätsfördernd ist zweifellos die nahezu unbegrenzte thematische Vielfalt, aber auch die fehlende methodische Eingrenzung, die auch Unkonventionellem, noch nie Dagewesenem Raum gibt. Eine der erfolgreichsten AGs, die Imkerei der Schule, ist nicht durch Planung, sondern durch diese „Offenheit“ entstanden. Das gleiche gilt für die Renaissancemusik-AG.
Die AG Japanisch ist nicht unter dem Aspekt einer weiteren Fremdsprache eingeführt worden, sondern soll durch Kenntnisse über einen „ganz anderen“ Sprach- und Kulturraum Reflexionen über die eigene Kultur zulassen. Inzwischen ist Japanisch Grundkurs-Wahlfach.
Das Jugenddorfprogramm ist eine halbjährlich konzipierte Sammlung aller Schulereignisse. Wichtigste Funktion ist, als Plattform für Schülerprojekte aus dem Unterricht und dem außerunterrichtlichem Bereich zu dienen. Hier ist die wichtige und häufig vernachlässigte Präsentationskultur der Schüler, die auch die angemessene Rezeption der Präsentation eines anderen Schülers einschließt, einzuüben. Wenn es üblich ist, Leistungen der Schüler so oft es geht auszutauschen, verschwinden negative Leistungsbewertungen wie „Streber“ und die generelle Leistungserbringung in der Schule wird positiv besetzt. Kreative Ansätze in der Schule werden nicht behindert, sondern gefördert. Neben zahlreichen Konzerten und Theateraufführungen sind der mindestens halbjährlich stattfindende „Talentschuppen“, der inzwischen in Regie des Jugenddorfrates (SV) stattfindet sowie die Oberstufengruppe „Joy of music“, die in Eigeninitiative sehr erfolgreiche Konzerte veranstaltet und Einspielungen vornimmt, zu erwähnen. Bemerkenswert ist, dass musische Großprojekte der Schule, die auf den „Musischen Festtagen des CJD“ alle zwei Jahre präsentiert werden, alle musischen Sparten zu vereinigen suchen. Dabei hat die Schule das Glück, dass auch Lehrer nichtmusischer Fachrichtungen hervorragende Ensemblearbeit leisten.
Natürlich gehören zu dieser „Trainingsplattform Jugenddorfprogramm“ auch Veranstaltungen, Vorträge, Konzerte u. ä. von außerschulischen Experten. Die Elternschaft und darüber hinaus Vertreter von Hochschulen, Instituten und Forschungseinrichtungen motivieren den Schüler und wecken Neugier und Kreativität. Beispielhaft seien Veranstaltungen genannt mit dem Astronauten Ulf Meerbold, dem Nobelpreisträger Prof. Selten, Prof. Brüstle, Prof. Baring, Prof. Ehmke, Ignaz Bubis, Abdulla Franghi und Dr. Salomon Korn.
Die wichtige Rolle unserer Musikschule in der Persönlichkeitsbildung und in der Förderung der Kreativität des Schülers kann nur angerissen werden: Freude am und Selbstvertrauen durch das Spiel, Fähigkeiten in einem ästhetischen Bereich entwickeln und erfahren, Disziplin und Durchhaltevermögen beim Erlernen des Instrumentes und Teamfähigkeit beim Zusammenspiel beweisen. Zahlreiche Überäume mit Klavieren sind in der Schule und im Internat vorhanden. Ballettuntericht und eine eigene Tanzschule ergänzen das Angebot.
Besonderer Erwähnung bedarf die schuleigene Übungsfirma „Carpe diem“, die seit mehreren Jahren ökonomische Zusammenhänge durch die Simulation eines umfassenden Geschäftsbetriebes (Handel mit outdoor-Produkten) vermittelt. Die in Zusammenarbeit mit einem großen Konzern geschaffene Firma unterhält internationalen Handelsbeziehungen und muss auf den jährlich stattfindenden Übungsfirmenmessen in ihrer Präsentation Phantasie und Kreativität beweisen. Zum Abschlusszeugnis erhält der Schüler je nach Leistung ein individuelles Zusatzzertifikat.

4. Kreativitätsförderung im Unterricht

Aus dem Unterricht geht die Motivation der Schüler zur Teilnahme an Wettbewerben hervor, seien es schulinterne (Mathematikwettbewerb, Vorlesewettbewerbe, Zirkusnacht u.a.) oder externe Wettbewerbe. (Jugend forscht, Jugend musiziert, Mathematik-Olympiade, International Children Painting´s Festival Haifa, Wettbewerbe in den Naturwissenschaften, den Sprachen, Theater, Geschichte, Sozialwissenschaften u.a.) Durch ihren Zuschnitt auf individuelle Schülerinteressen fördern sie in hohem Maße die Kreativität.
Die halbjährlich stattfindende Ausstellung „Realschule Kreativ“ überrascht Eltern und Gäste durch die Vielfalt kreativer Ansätze im Unterricht der Realschule. Von Klasse 5 bis 10 steuert fast jedes Unterrichtsfach mit eigenen produktorientierten Schülerprojekten bei. Beispielsweise bildet in Mathematik der 5. Klasse ein selbst konstruierter „Robby“ die verschiedenen Körperformen Würfel, Quader Kegel ab und in Biologie der Klasse 9 werden selbst erfundene und gebastelte Spiele zum Thema „Ökologie“ präsentiert. Jedoch scheinen mir in dieser Schulform die phantasievollen Exponate aus dem Kunst,- Werk- und Textilunterricht bemerkenswert. Wenn dann im Musikunterricht beim Thema „Peter und der Wolf“ Schattenspielfiguren gebastelt wurden oder das „Nußknacker-Ballett“ Tschaikowskys die Kinder zu schön gemalten und geschriebenen Märchenbüchern anregten und das Schattenspiel Senioren vorgespielt und das Nußknacker-Märchenbuch im Kindergarten vorgelesen wurde, erhält dieser gelungene handlungs- und produktorientierte Unterricht durch die Präsentation im Sozialraum eine besondere Qualität.
Hoch begabte Kinder und Jugendliche in der Sekundarstufe I werden in so genannten Integrationsklassen (Leistungsklassen) je zur Hälfte mit gutbegabten und motivierten Gymnasialschülern unterrichtet. Die schulische Konzeption kann hier nicht dargestellt werden. 5) Unter dem Aspekt der Kreativitätsförderung mögen zwei Hinweise genügen: In Integrationsklassen nehmen überdurchschnittlich viele Schüler an Wettbewerben erfolgreich teil. Zweitens werden von der Jahrgangsstufe 5 bis zur 10 fächerübergreifende „advanced learning Projekte“ angeboten. Diese unterrichtlichen Angebote sind unserer Meinung nach besonders hochbegabtengemäß, da einerseits durch den projekthaften Charakter die Möglichkeit motivierender individueller Leistungsniveaus gegeben ist, andererseits der fächerverbindende Aspekt divergentes Denken, vielleicht sogar „generatives Wissen“ 6) einschließen und somit bereits in der Sekundarstufe I die Neugier des hoch begabten Schülers in besonderer Weise wecken kann. Beispiele sind: in der Klasse 6 „Lebensraum Königswinter“ (Deutsch, Erdkunde, Politik, Biologie), Klasse 7 „Verschlüsselungen“ (Mathematik, Deutsch, Physik), Klasse 9 „Europa“ (wechselnde Fächer), „Phänomen des Sehens“ (Physik, Chemie, Biologie, Kunst), Klasse 10 „Klang, Zahl und Schönheit“ (Musik, Physik, Mathematik, Kunst) und andere.
Im Förderzweig für allgemein hoch begabte Jugendliche in der Sekundarstufe II, dessen Konzeption bereits über zwanzig Jahre alt ist 7), liegt ein besonderer kreativitätsfördernder Aspekt auf der „Vertiefungsphase“ im letzten Drittel des Schuljahres. Da in der vorangegangenen „Basisphase“ alle für das Abitur relevanten Unterrichtsinhalte einschließlich der Leistungsmessung abgeschlossen sind, können in der folgenden Zeit bis zum Schuljahresende auch die außergewöhnlichsten enrichment-Programme verabredet werden. Entscheidend ist, dass die Schule keine inhaltlichen Vorgaben macht. Erstaunlich viele Schülerwünsche können auch tatsächlich verwirklicht werden. Im letzten Schuljahr fanden in der 12. Jahrgangsstufe die folgenden Vertiefungsprogramme statt:
Schulintern: Geschichte Chinas, Firmengründung, Inszenierungsverfahren, Auf den Spuren Goethes, Die Sonne als Gasball (Experimenteller Nachweis), Japanisch, u.a
Extern: Robotik; Nummerik (Fraunhofer-Institut St. Augustin); Verbalsystem des Mittelägyptischen, Mathematik, Italienisch, Physik, Biomedizinische Informatik, Neurophysiologie (Universität Bonn); Flugmechanik und Segelflug (Akaflieg Bonn); Verkehrslenkung via Satellit (Deutsche Luft- und Raumfahrt DLR Köln) u.a.

5. Musikalische Spitzenbegabtenförderung

Schließlich soll von speziellen Ausnahmebegabungen die Rede sein, die jede weiterführende Schule fachlich überfordern würde. Das große Verdienst der Schule besteht hier darin, externe Spitzenbegabtenförderung mit den schulischen Abläufen kompatibel zu machen. Diese ohne besondere Konzeptionen fast unmögliche Aufgabe ermöglicht es extrem begabten jungen Menschen tatsächlich gleichzeitig Spitzenleistungen zu erzielen und trotzdem einen schulischen Abschluss zu erreichen. Im Bereich Leistungssport kann unser Träger CJD auf lange Erfahrungen in den CJD Jugenddorf-Christophorusschulen Obersalzberg (Wintersport) und Rostock (Olympiastützpunkt Schwimmen, Turmspringen, Rudern) zurückblicken. In Königswinter versuchen wir seit einigen Jahren Vergleichbares im Bereich Musik zu leisten.
Dies gelingt nur durch Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes. Auf diese Weise beschulen wir die vier hochmusikalischen Geschwister Moser aus Bonn, von denen Sophie und Alwin bereits an der Musikhochschule Köln Geige studieren. Ein junger Pianist aus Luxemburg bereitete sich für die Aufnahmeprüfung an der Kölner Hochschule ebenfalls in Königswinter vor. Sophie Moser hat den Sekundarstufen I Abschluss an unserem Gymnasium gemacht und hat sich dann dafür entschlossen, zunächst einmal nicht das Abitur zu machen. Auch wir haben ihr dazu geraten: Sophie Moser wird im nächsten Jahr zusammen mit Daniel Barenboim und den Jerusalem Symphony Orchestra auf Welttournee gehen.

6. Anmerkungen

1. H-J. Gardyan (2001) „Beobachtungen zum Leistungsverhalten hoch begabter Schülerinnen und Schüler an der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter“ aus: Finden und Fördern von Begabungen. ) S. 154ff; Forum Bildung Bonn
2. H.-J. Gardyan (2001) a.a.O. S. 176
3. vgl. die Schulvereinbarung“, die jeder Schüler im Schultimer ausgehändigt bekommen hat und die von ihm zu unterschreiben ist (Auszug): „2. ...Weil Gott uns annimmt, wie wir sind, wollen wir auch einander respektieren und annehmen. 3. Die Leistung jedes Einzelnen ist wichtig und erwünscht, aber sie ist nicht die Grundlage für die Wertschätzung, mit der wir einandert begegnen. 5.Für uns gehören die Freude an der eingenen Leistung und an der des anderen zusammen. ...“
4. nach: Andreas Dierssen, Kernkompetenzen im CJD, unveröffentliches Referat des CJD, Ebersbach 2001
5. H.-J. Gardyan (2000) Integrationsklassen für hochbegabte Kinder in der Erprobungsstufe (Klasse 5/6) an der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter. In: Begabungen erkennen – Begabungen fördern (Hrsg.) Helga Joswig) S. 201ff, ABB-Druck 4 Rostock
6. H.-J. Gardyan (1988) Methodisch-didaktische und unterrichtsorganisatorische Besonderheiten im Spitzenbegabtenzweig der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig – Unterrichtserfahrungen in exemplarischer Darstellung. In: Begabungen gefragt! – Needed – the Gifted! Kongressbericht Salzburg S. 168
7. vgl. z.B. H.-J. Gardyan (1988) Spitzenbegabtenförderung an der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig, In: Bartenwerfer H. (Hrsg): Besondere Begabungen in der normalen Schule GFPF-Materialien 18, Frankfurt