Weltjugendtag 2005

Der XX. Weltjugendtag 2005 in Köln – ein Ereignis der Superlative
110 Weltjugendtagspilger waren Gäste im CJD Königswinter

In der Woche vom 15. bis 21. August waren mehr als 410 000 Jugendliche aus aller Welt in der Erzdiözese Köln – 110 davon in unserer Turnhalle: zwei Gruppen kamen aus Paris und eine aus Dijon.
Die rund 400 Gäste, die in ganz Königswinter-Tal in Gemeinschafts- und Privatquartieren übernachten sollten, trafen Montags im Laufe des Tages in unserer Aula ein: Gruppen aus dem Kongo, Senegal und Frankreich.
Während der Verteilung der Gäste sorgte ein improvisiertes Orchester, welches bekannte Lieder spielte, für gute Stimmung und gab uns einen Vorgeschmack auf die folgende Woche.
Als um 23 Uhr die letzten Gäste dann untergebracht waren, ging ein spannender und ereignisreicher Tag für uns 38 Volunteers zu Ende.
Nachdem die Nachtwache die Pilger morgens mit Musik geweckt hatte, fand jeden Morgen in der Kirche ein Morgengebet und im Anschluss das Frühstück in unserer Aula statt.


Die Morgengebete wurden von uns Volunteers vorbereitet und von den Gästen oftmals spontan mit Musik begleitet, während sich die Objektbetreuerin Frau Althen-Höhn mit ihrem Team um das Frühstück kümmerte.
Dienstag suchten die Gruppen einen Ort, um sich zu besprechen und die Woche zu planen und durften hierfür auch das Kellertheater der Schule nutzen. Mit einem Teil unserer Volunteers nahmen wir dann nachmittags an dem großen, stimmungsvollen Eröffnungsgottesdienst im Bonner Hofgarten mit weit über 100 000 Teilnehmern teil.
Abends gaben wir unseren Gästen dann immer in der Aula im „Nachtcafé“ die Möglichkeit, sich zusammenzusetzen und etwas zu trinken.
Mittwochs begleiteten wir unsere Gruppe aus Dijon nach Köln. Dort stellte es sich als zeitaufwändig heraus, für eine Gruppe von über 150 Personen Essen zu besorgen. Als wir uns dann zusammen setzten und aßen, hatten wir die Möglichkeit, unsere Gäste besser kennen zu lernen und uns trotz vorhandener Sprachbarrieren gut zu verständigen!
Gemeinsam gingen wir dann mit viel guter Stimmung und deutschen und französischen Liedern Richtung Dom. Der Dom, der komplett leergeräumt war, um Tausenden von Pilgern Platz zu bieten, die den Drei-Königs-Schrein besichtigen wollten, bot ein beeindruckendes Bild.
Donnerstag und Freitag wurden dann vormittags in der Kirche „Maria, Königin des Friedens“ Katechesen von einem französischen und einem kanadischen Bischof gehalten.
Freitags kamen dann noch Gruppen von 90 Spaniern und 17 Italienern in Königswinter an, die nur für das Wochenende angereist waren. Abends gingen wir dann gemeinsam mit allen Gästen, Gastgebern, unseren Pilgern und einer Gruppe von Amerikanern, die im Maritim untergebracht waren, den Kreuzweg nach Kloster Heisterbach, wo eine Andacht und die Abschiedsfeier stattfand.
Samstagmorgen sind die meisten Gruppen dann bis 8 Uhr zum Marienfeld aufgebrochen, um einen guten Platz zu bekommen. So blieb uns noch etwas Zeit zum Aufräumen, bis wir uns um 11 Uhr dann selbst mit 28 Volunteers auf den Weg machten.
Abends nach der Vigil mit dem Papst, bei der das Feld durch tausende von Kerzen erhellt wurde, saßen wir noch mit „unseren“ Franzosen und anderen Volunteers zusammen.

 

Nach einer kalten, aber zum Glück trockenen Nacht, fand Sonntagmorgen dann die sehr beeindruckende Abschlussmesse mit 1,2 Millionen Teilnehmern statt.
Trotz einiger Schwierigkeiten kamen wir und die bei uns untergebrachten Gruppen Sonntagabend heil aber müde in Königswinter an, welches Letztere dann gegen 22 Uhr verließen.
Für uns Teamleiter, aber auch die anderen Volunteers und die Teilnehmer, war es eine stressige Woche, in der wir aber tolle Erfahrungen sammelten, viele Bekanntschaften schlossen und eine Woche, die wir nie vergessen wollen und werden!
Mit vielen unserer Freiwilligen haben wir schon beschlossen, gemeinsam zum nächsten Weltjugendtag in Sydney zu fahren, um - genauso wie hier in Köln - an einem einzigartigen Erlebnis teilzunehmen.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen Volunteers, bei Frau Althen-Höhn, Herrn Gardyan, den Hausmeistern sowie bei allen Gastgebern und Unterstützern bedanken!

Kerstin Alfen und Lena Thiebes, Stufe 13 und Julia Alfen

 
 

„Das waren nicht die Tage des Papstes, der Kardinäle und Bischöfe...“
Das CJD Königswinter war Gastgeber für 110 junge Weltjugendtagspilger

Keine andere Einrichtung des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland e.V. war so eng in das Geschehen rund um den Weltjugendtag eingebunden wie unsere CJD Jugenddorf-Christophorusschule in Königswinter. Zahlreiche CJD-Schülerinnen und Schüler hatten sich als freiwillige Helfer gemeldet und sich bereits zwei Jahre in den Kernteams auf das Mega-Ereignis vorbereitet.

„Das waren nicht vordringlich die Tage des Papstes, der Kardinäle und Bischöfe, sondern die der Jugendlichen aus aller Welt“. Dies berichtete Jugenddorf- und Schulleiter Hans-Joachim Gardyan seinen Kollegen über seine Eindrücke vom Weltjugendtag auf unserem CJD-Campus auf der ersten Allgemeinen Dienstbesprechung aller Mitarbeiter. Besonders beeindruckt hatte ihn als Leiter unserer Einrichtung und als Trägervertreter des ökumenisch geprägten Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands „unsere Jugend, die mit den Jugendlichen aus verschiedenen Nationen ausgelassen gefeiert hat und dabei zutiefst fromm war. Schüler unserer Schule haben sich im Rahmen des Weltjugendtages unglaublich engagiert, darauf bin ich stolz.“
Für unsere Schule waren Lena Thiebes und Kerstin Alfen, beide aus der Jahrgangstufe 13, die Hauptverantwortlichen für die komplette Organisation. Sie lösten alle Aufgaben und Probleme, die auf sie zukamen, mit viel Einsatzbereitschaft, angefangen von der Aufteilung der Pilger in die Königswinterer Quartiere, über die Betreuung und Begleitung der 110 Pilger, die in unserer Turnhalle übernachtet hatten. An ihrer Seite hatte Gabriele Althen-Höhn, Gemeindereferentin und katholische Religionslehrerin am CJD, die Objektbetreuung unserer Schule und den Frühstücksdienst übernommen. Daneben waren zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in den Kernteams ihrer Gemeinden aktiv.

Belohnt wurden sie durch viele interessante Begegnungen und Erlebnisse und durch den tollen Erfolg der Gesamtveranstaltung, der nicht zuletzt durch ihren Einsatz möglich wurde.


Astrid Karres

 

>>WJT-Fever 2oo5<<

Besonders waren sie schon, diese gefürchteten letzten Tage der Sommerferien. Einzigartig und unvergesslich trifft es besser, werden wohl auch jene bestätigen, die ihn erleben durften: „Den Weltjugendtag 2005“ in Köln. Zum Weltjugendtag, dem Mega-Event der katholischen Kirche, treffen sich alle zwei bis drei Jahre hunderttausende Jugendliche, sowie junge Erwachsene aus aller Welt. Und die, die einmal mitgerissen wurden, lässt es nie wieder los: „DAS WJT-FEVER“.

„It’s a celebration“ – Der Weltjugendtag ist ein Fest, und sogar noch mehr als das…

Mehr als 400.000 Pilger aus über 197 Ländern und 27.000 Freiwillige aus 120 Nationen stellten ein Event auf die Beine, das seinesgleichen sucht. An vielen Standorten in der Region konnte man gemeinsam beten, lachen, tanzen, und diskutieren. Es wurden neue Kontakte geknüpft, Andenken getauscht oder einfach nur der Moment genossen, auf einem der zahllosen Veranstaltungen in und um den Weltjugendtag.

Als Volunteer (engl. „Freiwilliger“) hatten insbesondere Jugendliche aus der Region die Möglichkeit sich aktiv am Geschehen zu beteiligen und so kam es, dass ich mich mit einigen Freunden als Freiwilliger anmeldete.

Einige Tage vor Beginn erhielten wir Instruktionen, Rucksäcke, Ausweise und die signalrote Volunteer-Jacke, bevor es hieß „ran an die Arbeit“.

Wir halfen, einige der Pilgerrucksäcke zu verteilen, richteten Unterkünfte in Turnhallen etc. ein, bevor die Pilger eintrafen. Chaos pur kann ich euch sagen. Busse mussten rangiert, ausgeladen und geparkt werden, die Pilger zu einem so genannten „Info-Point“ geschickt werden. Und schlussendlich auch noch Essen gereicht werden, bevor wir nach einem langen Arbeitstag gegen halb zwei im Bett lagen. Arbeit hatten wir reichlich, doch wir machten es freiwillig und wollten diejenigen sein, die von sich behaupten können dabei gewesen zu sein und so ein Riesen-Event überhaupt ermöglicht zu haben.

Doch war es nicht nur Arbeit, es war Spaß! Einzigartige Momentaufnahmen und erlebte Situationen machen das „Fest des Glaubens“ für mich zumindest unvergesslich. So fahren wir z.B. eines Abends auf dem Weg nach Hause ziemlich spät durch Bad Honnef, als uns aus dem Dunkel heraus eine Kleingruppe anspricht, die unsere Jacken und Ausweise erkannt hatten. In gebrochenem Deutsch begannen sie zu gestikulieren, zu erzählen und letztendlich wollten sie uns sagen, dass sie sich verlaufen hatten. So kam es dann, dass wir eine gute Stunde mit einer Gruppe aus Gabun, Afrika mitten in der Nacht durch halb Honnef marschierten.

Ein andermal fuhr ich mit einem Konvoi von fünfzehn (15!) Bussen aus Irland durch Honnef, die nach einem Parkplatz suchten und nach mehr als zehn Stunden Busfahrt hundemüde waren. Endlich geparkt, galt es noch den Mietwagenservice, sowie ein örtliches Taxi-Unternehmen anzurufen, bevor es zu Fuß wieder zur Sammelstelle ging, um neue Instruktionen zu erhalten.

Nun ist er vorbei der WELTJUGENDTAG in Köln, doch vielleicht heißt es schon in drei Jahren „Welcome to Sydney“. ( Ich, für meinen Teil, habe die Koffer schon gepackt … )

Alexander Hoffmann, 12d

Kreuz-Projekt – nicht nur am Weltjugendtag 2005

Kreuz-Projekt und die Gestaltung der Longenburg-Haltestelle – zwei Projekte, die nicht nur die Kunstlehrerinnen und –lehrer vor den Sommerferien 2005 heftig in Anspruch nahmen. Beides ist ihnen und – in bezug auf das Kreuz-Projekt - drei Kunstkursen bestens gelungen. Zum Weltjugendtag 2005 waren die Schülerarbeiten in der Kirche „Maria, Königin des Friedens“ zu sehen; sie setzen bis heute einen Akzent in unserer Kirche, der von der jugendlich-frischen Weise erzählt, Glauben und Sichtweisen vom Kreuz zu gestalten.

Die Jahrgangsstufe 7 hat mit Ulla Becker ein großes Kreuz aus vielen kleinen Bildern komponiert, die kleine Szenen aus der Erfahrungswelt der Jugendlichen darstellen. Die Themen der Bilder und die Auswahl der kräftigen, hellen Ölfarben bringen deutlich zum Ausdruck: Das Kreuz ist ein Zeichen für Leben und Tod. Das Leben bejahen, Freude und Spaß am Leben haben, bedeutet nicht, Leid und Tod aus dem Leben auszuklammern.

Die Jahrgangsstufe 10 hat mit Gundula Heinrichs Kreuze getöpfert: ein geschundener Frauentorso; zwei ineinander verschlungene Kreuze, in deren Hintergrund die Sonne aufgeht; Jesus Christus charakterisiert als gefolterter Clown, der die Welt umarmen will; ein vierarmiges Säulenkreuz, an dessen Arme vier Symbole baumeln: Herz, Taube, Kelch und Fisch; einer, der unterm Kreuz zusammenbricht; ein Engel, vor dem ein zerbrochenes Kreuz liegt und weitere 20 individuell gestaltete Kreuze.

In der Apsis der Kirche sind Kreuz-Drucke aufgehängt. Ein Kunstkurs der Jahrgangsstufe 10 hat mit Andreas Breitenstein KREUZ UND QUER großformatiges Papier bedruckt.

Die Heiligen Drei Könige des katholischen Hortes Königswinter und das Banner „Auf dem Weg zum WJT“ des Religionskurses der Stufe 12 von Cordula Moravec gaben dem Kirchenraum endgültig eine WJT-Atmosphäre.

Vor allem das in der ganzen Kirche sichtbare farbige Kreuz hat viele freudig-erstaunte Reaktionen bei den Jugendlichen hervorgerufen. Ich hoffe, es findet seinen Platz.

Gabriele Althen-Höhn


Fotos: Tobias Mayer