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Dieses Jahr führte der Literaturkurs der Jahrgangsstufe
12 unter der Leitung von Frau Schneider ein selbst geschriebenes Theaterstück
im Kellertheater des CJD auf.
Hierbei haben die Schüler sich Friedrich Dürrenmatts Drama Der
Besuch der alten Dame als Vorlage genommen und eine Fortsetzung
dessen inszeniert, in der es sich, wie der Titel bereits sagt, um Rache
handelt.
Hier zunächst eine Inhaltsangabe des Originals für
die, die Dürrenmatts Stück nicht kennen: Die als Klara Wäscher
in Güllen geborene Claire Zachanassian wurde nach dem Erbe ihres
vermögenden Ehemannes zur Multimillionärin und kehrt nach vielen
Jahren in ihren Heimatort zurück, um sich an einem Mann, namens Alfred
IIl, zu rächen, der sie vor langen Jahren schwängerte und dann
sitzen ließ. In der Zwischenzeit hatte sie diverse Ehemänner
und war gerade bei ihrem siebten angelangt.
An dieser Stelle beginnt die Inszenierung der Schüler; die alte Dame
kehrt nach Güllen zurück und eröffnet eine sogenannte Rachepraxis.
So kommt neben anderen Menschen, die belogen, betrogen oder schlecht behandelt
wurden z.B. eine Patientin zu ihr, die von ihrem Ehemann betrogen wurde
und gemeinsam mit Frau Zachanassian einen Racheplan schmiedet. Zusätzlich
erhält sie einen Lehrstuhl an der Universität, in der sie Vorlesungen
zum Thema Rache hält. In dieser will sie mit einem
weit verbreiteten Vorurteil aufräumen, nämlich, Rache
sei schlecht und sie möchte die Studenten vom Gegenteil überzeugen,
Rache sei eher gut und erleichternd, was auch in der Bauchladenszene
durch Sätze wie Rache ist keine Schande oder Rache
ist ne feine Sache unterstrichen wird. Insgesamt wird das
allgemein negativ behaftete Wort Rache hier zunächst idealisiert,
was am Ende jedoch ins Gegenteil umschlägt, denn schließlich
wird Rache an der alten Dame ausgeübt. Claire Zachanassian stirbt,
ihre Praxis wird geschlossen und in ihren ehemaligen Praxisräumen
wird der Versöhnung e.V. gegründet.
Tango und Flamencotanz, die den Gedanken der Rache verkörperlichen,
Gesangseinlagen durch den Chor der Racheengel, Videoeinspielungen
und zum Thema passende Musik tragen zur Vielfältigkeit und Ausdrucksstärke
des Stückes bei.
Der Rachegedanke drückt sich auch in der Kostümierung aus. Die
Kleidung beschränkt sich anfangs überwiegend auf weiß,
doch nach und nach kommen rote Accessoires hinzu.
Von der kompletten Inszenierung des selbst geschriebenen Stückes
bis zum Entwurf der Plakate stammt alles von den Schülern und Frau
Schneider , d.h. es handelt sich also um die kreative Umsetzung eines
bereits bestehenden klassischen Stückes.
Nach der Aufführung war noch Zeit für eine Nachbesprechung,
in der die Schüler mit Anmerkungen, Kritik oder Lob des Publikums
konfrontiert wurden und sich dazu äußern konnten.
Es finden insgesamt vier Aufführungen im Kellertheater statt, da
der Platz nur für ein kleineres Publikum reicht und jeder die Chance
haben sollte, es sich anzuschauen.
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