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Wir machen Theater
Am 9. Juli fand die Uraufführung unseres
Stückes Leonce und Lena So nicht, Herr Büchner!
im Kellertheater statt. Die sieben Darsteller aus der Jahrgangsstufe 10
standen ziemlich nervös hinter dem Vorhang und warteten auf ihren
Einsatz. Drei Szenen, ein Bühnenbild, und nach einer Viertelstunde
war unsere Premiere auch schon wieder vorbei.
Begonnen hatte unser Projekt etwa vier Monate zuvor als ganz normale
Theater AG. Das dachten wir jedenfalls. Doch Frau Eggers, unsere
AG Leiterin machte uns schnell klar, dass Theaterspielen 1. spannender
sein kann als die Regieanweisungen in einem Reklamheft zu befolgen und
2., dass mehr dazu gehört, als einfach nur Text auswendig zu lernen.
Da wir alle sehr gespannt waren auf diese Art Theater, das so völlig
anders war, als wir es kannten, mussten wir auch ganz vorne anfangen:
Wie bewegt man sich auf der Bühne, wie setzt man Gestik und Mimik
ein (ohne zu sehr zu übertreiben
) und auf wie viele Arten kann
man seine Stimme benutzen?
Um solche Fragen wenigstens teilweise beantworten zu können, machten
wir Sprechübungen und Bewegungsspiele, die Frau Eggers immer wider
geduldig mit uns wiederholte. Anfangs bestand die schwierigste Aufgabe
darin, die Gedanken daran zu verdrängen, wie unheimlich seltsam man
sich vorkommt, wenn man einen unsichtbaren Drachen steigen lässt
oder zusammen mit sechs anderen Tauziehen spielt- aber ohne Tau
Nachdem wir Gelegenheit hatten, uns auf der Bühne ein wenig auszuprobieren
ging es an die nächste schwierige Aufgabe: Die Auswahl des Stücks;
Wir entschieden uns für Büchners Leonce & Lena,
beschlossen aber es nicht einfach nach zu spielen, sondern
es als Fundament für unser eigenes kleines Stück zu verwenden.
Wir beschäftigten uns mit dem Lebenslauf des Autors und möglichen
Intentionen bei Leonce & Lena.
Der nächste Schritt war natürlich die Erarbeitung der Charaktere.
Welche Bedeutung hat jeder einzelne in diesem Stück und wie stellt
man sie am besten dar? Wir spielten unzählige Szenen durch und probierten
immer wieder andere Interpretationsmöglichkeiten aus.
So fügte sich unser Theaterstückchen immer mehr
zusammen. Um uns noch ein paar fachkundige Ratschläge zu hohlen und
um mal ein bisschen Theaterluft zu schnuppern, verbrachten
wir einen Tag im Theater Die Raben, wo uns ein professioneller
Theaterregisseur half, Struktur in unsere Ideen beziehungsweise in unsere
Szenen zu bringen.
Um das Textlernen kamen wir schließlich doch nicht ganz herum, aber
durch die intensive Vorarbeit war das am Ende kein wirkliches Problem
mehr.
Insgesamt hat dieses Projekt uns allen gezeigt, dass eine TheaterAG
auch ganz anders sein kann als das klassische Schultheater, dass manchmal
mehr dahinter steckt als man denkt und dass es unheimlich viel Spaß
macht, etwas auszuprobieren, das man sich nie zugetraut hätte.
Eva Nienhaus, 11e
Fotos von Generalprobe und Aufführung am 18. Juli 2004
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