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Der Literaturkurs 12 führte am 4./5. Juni 2008 das Theaterstück
Knastkinderauf.
Schüler, Tatortverein und Don Bosco kämpften so gemeinsam gegen
den Kinderknast.
Wer kümmert sich eigentlich um uns? Warum bin ich eingesperrt?
Diese Fragen mag sich ein Kind stellen, welches auf den Phillipinen unter
unmenschlichen Umständen im Gefängnis sitzt. Mit diesen Fragen
hat sich aber auch Schüler des Literaturkurs der zwölften Klasse
an der Jugenddorf Christophorusschule beschäftigt, als sie das Theaterstück
Knastkinder von Rüdiger Bertram inszenierten. Das Stück
Knastkinder ist ein Jugend-Theaterprojekt, welches aus der
Zusammenarbeit vom Tatortverein, Don Bosco und Preda entstanden ist. Deswegen
sind zur Premiere des Stücks auch Joe Bausch, der bekannt ist als
der Pathologe Dr. Roth im Kölner Tatort, Ulrike Thönniges vom
Tatortverein, und der Geschäftsführer von Don Bosco Jugend Dritte
Welt e. V., Hans-Jürgen Dörrich erschienen. Der Literaturkurs
und die Spielleiterin, Ruth Schneider, bekamen bei der anschließenden
Podiumsdiskussion nur positive Kritik. Ich habe das Stück selber
heute zum ersten mal gesehen. Genau so habe ich es mir vorgestellt,
lobte der Schauspieler und Arzt Bausch. Positiv war auch, dass die jungen
Darsteller viele Emotionen zeigten. Die Geschichte des Theaterstücks
ist nämlich keinesfalls realitätsfern. Der deutsche Junge Jonathan,
gespielt von Daniel Gillnik, reiste mit seinen Eltern auf die Philippinen
und kam dort durch unglückliche Umstände in einen Kinderknast.
Vom verwöhnten deutschen Jungen wird er von jetzt auf gleich einer
von vielen misshandelten Sträflingen. Im Gefängnis knüpft
er Freundschaften mit Arnel, Marlon und Dennis, gespielt von Sebastian
Schiefer, Lisa Hartung und Martin Rosenkranz. Jonathan und seine Freunde
wurden eingesperrt, weil sie eine Wasserflasche gestohlen haben, die ihr
Überleben sichern sollte. Solche banalen Gründe reichen
aus, um auf den Philippinen in einen Kinderknast zu gelangen,sagte
Dörrich. In diese Richtung ging auch die Frage von Bausch: Was
soll ein Kind von sechs oder sieben Jahren schon an Kriminalität
bewirken? Mit den Gründen für die Inhaftierung teilweise
sechs Jahre alter Kinder und Straßenkindern im allgemeinen beschäftigten
sich auch die beiden Schüler, Philipp Humm und Max Kurth. Sie hielten
eine Präsentation zum Thema Straßenkinder. Viele Daten und
Fakten über Straßenkinder schockierten die Jungen selber. Wer
hätte schon gedacht, dass allein in der Hauptstadt der Philippinen,
in Manila, dort wo der Tatortverein aktiv ist, 100.000 Kinder auf der
Straße leben und 20.000 Kinder im Gefängnis sind. Mit diesem
bedrückendem Thema beschäftigte sich nicht nur der Literaturkurs
an der Christophorusschule:Straßenkinder ist das Halbjahresthema
am CJD. Deswegen wird die Musical-AG auch noch ein Theaterstück zu
diesem Thema am 19., 21. und 22. Juni in der Aula aufführen. Außerdem
gehen alle gesammelten Spenden der Aufführungen vom Literaturkurs
und der Musical-AG, sowie die Einnahmen des Eine-Welt-Standes an Projekte
des Tatortvereins und Don Boscos. Der Geschäftsführer Don Boscos
nannte den einzigen Weg für die Knastkinder auf den Philippinen
und weltweit: Raus aus der Kriminalität, rein in ein Leben
in dem man mit seinen Händen etwas machen kann. Jedes Projekt
gibt den Menschen weltweit neue Hoffnung, so auch das Jugend-Theaterprojekt
Knastkinder. Die jungen Schauspieler sehen weltweite Misshandlungen
von Kindern nun mit anderen Augen. Wir mussten uns in die Rolle
eines vernachlässigten Straßenkindes hineinversetzen. Man kann
nun eher ahnen, wie sie sich fühlen müssen,sagte Lisa
Hartung, als sie sich die Kohle aus dem Gesicht wischte, und von ihrer
Rolle als misshandeltes Straßenkind wieder zurück in ihr Leben
als eine glückliche deutsche Jugendliche schlüpfte.
Cosima
Gill, 13c
Programmheft
Fotos von Probe, Generalprobe und Aufführung am 4. Juni 2008
CJD-Schüler spenden 800 Euro für philippinische Knastkinder,
ein Projekt des Tatortvereins
Unter dem Motto: Damit Kinder nicht durchs Raster fallen
stand das letzte Halbjahr der CJD Jugenddorf-Christophorusschule in Königswinter.
Deshalb führten die Literaturkursschüler der Jahrgangsstufe
12 mit ihrer Lehrerin Ruth Schneider das Theaterstück Knastkinder
von Rüdiger Bertram auf, in dem auf die Situation vieler Kinder auf
den Philippinen aufmerksam gemacht wurde. Im Anschluss daran gab es eine
Expertenrunde, moderiert von Pressesprecherin Astrid Karres, bei der auch
Tatortschauspieler Joe Bausch, Mitarbeiter des Tatortvereins und Vertreter
anderer Organisationen, die sich für Kinder in Not einsetzen, interviewt
wurden.
So aufgeklärt spendeten Zuschauern zusammen mit Einnahmen von der
Aufführung des selbst geschriebenen Musicals, das sich mit der Straßenkinderproblematik
befasste und zuletzt im November in der Bundeskunsthalle zur Aufführung
kam, 800 Euro für die philippinischen Knastkinder, ein vom Tatortverein
betreutes Projekt.
Vor Ort setzt sich Pater Shay Cullen von der Kinderschutzorganisation
Preda für die Freilassung von Straßenkindern ein, die wegen
Mundraubes oder anderer kleiner Delikte in Gefängnisse gesperrt werden.
Pater Cullen bringt sie in sein Kinder- und Jugendzentrum, wo sie
betreut und stabilisiert werden und ihnen ein Stück ihrer verlorenen
Kindheit zurückgegeben wird, so Martin Block vom Tatortverein,
der mit seinem Kollegen Peter Meinrad den von den Schülern und Lehrerinnen
überreichten Scheck entgegen nahm. 800 Euro sind auf
den Philippinen viel Geld, mit dem Projekte für diese bedürftigen
Kinder realisiert werden können, so dass auch sie ein wenig Lebensfreude
wiedergewinnen, sagte Martin Block und beantwortete noch viele interessierte
Fragen der anwesenden Schüler der Jahrgangstufe 12 und 13.
Astrid Karres
Fotos von Probe, Generalprobe und Aufführung am 4. Juni 2008
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