Arbeitstagung „Begabtenförderung in der Lehreraus- und –fortbildung“
Der ABB zu Gast in Königswinter

 

Wie eigentlich - wenn überhaupt - werden junge Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ausbildung, aber auch erfahrene Pädagogen auf die Arbeit mit hoch begabten Kindern und Jugendlichen vorbereitet?

Vorstand des ABB Vorstand des ABB

Diese Kernfrage stellte der Arbeitskreis Begabungsforschung und Begabungsförderung (ABB) e. V. zusammen mit weiteren interessierten Gästen anlässlich seiner diesjährigen wissenschaftlichen Arbeitstagung zur „Begabtenförderung in der Lehreraus- und -fortbildung“. Die CJD Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter als gastgebende Schule bot vom 26.–28.10.2001 den Raum, Antworten auf diese Frage zu diskutieren. Die etwa 120 Teilnehmer von zum Teil internationalem Rang richteten ihr Augenmerk sowohl auf den Gesamtkontext der Lehrerfortbildung und Begabtenförderung in Deutschland, als auch auf Erfahrungsberichte über konkrete Projekte und Maßnahmen im Bereich der Lehreraus- und -fortbildung.

Im Zentrum der Tagung stand die Arbeit in den drei Arbeitsgruppen „Lehreraus- und -fortbildung“, „Grundsatzfragen, Schulmodelle“ und „Außerschulische Programme, diagnostische Probleme“. Die drei Plenarvorträge „Lehrerbildung – für eine begabungsfreundliche Lernkultur“ (Prof. Dr. Friedrich Oswald, Wien), „Das Münchner Excellence MA-Studienprogramm – Impulse für die Lehreraus- und -fortbildung“ (Prof. Dr. Kurt A. Heller, München) und „Zur Situation der Begabungsförderung in den deutschen Bundesländern“ (Prof. Dr. Heinz Holling, Münster) beleuchteten das Thema mehr oder weniger direkt aus verschiedenen Blickwinkeln. Dr. Johannes Heide und Arthur Bierganz stellten in der ersten Arbeitsgruppe das Konzept der praxisbegleitenden Referendarausbildung an der Christophorusschule Königswinter vor.

Die Begabtenförderung kommt, wenn auch langsam, bundesweit in Gang – das belegt klar die von Prof. Dr. Holling vorgestellte Studie der Bund-Länder-Kommission. Sie zeigt aber auch, dass die staatliche Aus- und -fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer in diesem Bereich noch zu selten stattfindet. Die vielen auf der Tagung vorgestellten Aus- und -fortbildungskonzepte und die Erfahrungsberichte der Schulen, die Begabungsförderung betreiben, zeigen, das zahlreiche Ansätze existieren. Sie müssen, so ein Fazit der Tagung, stärker evaluiert, veröffentlicht, zusammengefasst und in übergreifende Organisationsstrukturen eingebracht werden.

Ein wirkliches Highlight der Tagung war das Abendprogramm des ersten Tagungstages, gestaltet von Schülerinnen und Schülern der Christophorusschule Königswinter: Jonglage und Gospels, selbsterdachte Choreographien mit dem Einrad, perfektes Zusammenspiel von Perkussion und Bewegung, abgerundet von einem Gastspiel der vier Moser-Geschwister, die ihre musikalischen Qualitäten auch in Form eines Stepptanzes aufs Parkett legten. Die lautstarke Anerkennung des Publikums an diesem Abend zeigte eines ganz deutlich: Ein Mangel an Begabung muss in Königswinter nicht beklagt werden! Die Christophorusschule wird den Teilnehmern in sehr guter Erinnerung bleiben.

Bernd Ulrich Schaefer

Umsorgt wurden die Foto von Christiane Zimmer und Samira Leh
Gäste von den
CJD-Schülerinnen
Christiane Zimmer
und Samira Leh.



Fotos: Tobias Mayer