Sommerfest am 14. Juni 2008

 

Die Welt steht Kopf: Sommerfest im CJD

Die Welt stand Kopf am vergangenen Samstag im DJC, nein, im CJD! Im sprichwörtlichen Sinne. Alles andersherum. Julius Berzau aus der 8e erläuterte mit spürbarer Begeisterung die Brillen, die seine Klasse im Physikunterricht hergestellt hat. Ein einfaches Prinzip, das die Perspektiven vollkommen verändert: etwas Pappe, etwas Spiegelfolie, alles sorgsam geschnitten und mit Bedacht geklebt. Mit diesem Hinauswurf aus den gewohnten Sichtweisen wird selbst das Einschenken von Wasser zu einem besonderen Kunststück, den eigenen Namen zu schreiben ein nahezu unmögliches Unterfangen. Das „Brillenprojekt“ war eines von vielen, das die Klassen der Christophorusschule während ihres traditionellen Sommerfestes vorstellten.
Wie gewohnt bildete die Begrüßung der neuen Fünftklässler den Auftakt. Das CJD nimmt in diesem Jahr 56 Real- und 109 Gymnasialschüler auf. Anschließend hatten sie die Gelegenheit, durch das Gelände zu streifen und sich ein erstes kaleidoskopartiges Bild ihrer schulischen Zukunft zu machen.
Ziemlich bunt, spannend und abwechslungsreich diese Zukunft, würde man sie allein an dem Sommerfest messen! Hannah Hildesheim zum Beispiel präsentierte während ihrer Einsatzzeit die umfangreichen und sorgsam erstellten Mappen über Hexenverfolgung, ein Projekt der 7e. Hannahs Schwester Lilly zeigte die Arbeiten, die ihre Klasse zum Thema „Märchen“ erstellt hat. Kreativität auf allen Ebenen gab es zu erleben. Kurse in Filzen, Serviettentechnik, Acrylmalerei wurden angeboten, Kunstwerke zu verschiedenen Themen ausgestellt, die 5f führte ein selbst geschriebenes Theaterstück auf, Kinder konnten sich schminken lassen.
Auch der Sport kam nicht zu kurz: Die 5er Klassen absolvierten lustig-soziale Mannschaftsspiele, die gegen Ende witterungsbedingt abgebrochen werden mussten; Mitmachaktionen in Korb-Werfen, Beach-Volleyball, Step-Arobic und Badminton ließen manchen Schweiß fließen. Die Zuschauer der Zirkus-AG füllten die Aula bis zum letzten Platz und verfolgten eine Stunde voller Akrobatik, Jonglieren und Balancieren.
Julius Berzau springt zwischen erster und zweiter Etage des Kreativhauses hin und her. Gleich ein weiterer Einsatz. Er spielt auf dem Flügel das James-Bond-Thema während des gut besuchten Präsentationskonzerts der Musikschule. Beifall, Verbeugung, ab nach oben und weitere Brillen aufsetzen.
Auch die Musik wird groß geschrieben. Während des Vorspiels der Musikschule traten Klarinettisten, Saxofonisten, Gitarristen, Pianisten, Querflötisten, Trompeter, Geiger und Cellisten auf. Auf dem Schulhof heizte die Rock-AG ordentlich ein, und das Orchester Konfetti bot ein stimmungsvolles Platzkonzert. Höhepunkt aber war, nach „Minitus“ als Vorband, der Auftritt von der allseits heiß geliebten Formation „Tinitus“ während des traditionellen Ehemaligentreffs. Das letzte Konzert der Band unter diesem Namen. Blues, Funk & Soul – das sind die stilistischen Markenzeichen der Gruppe, die Musiklehrer Jack Panek im November 2001 gegründet hat. „Mittlerweile haben 45 Schüler an der Band teilgenommen“, erzählt der Initiator im Gespräch mit dem GA. „Die Schüler, die jetzt Abitur bedingt aufhören, waren von Anfang an dabei.“ Nun, so Panek weiter, wolle er Identitätsprobleme vermeiden, denn von den „Alten“ sei keiner mehr da. Eine sieben Jahre alte Schülerband, die einiges aufzuweisen hat: zwei Konzertreisen und eine Studienreise nach Polen, Auftritte in Frankreich, auf Usedom, in Braunschweig, Moers, bei „Rhein in Flammen“ - etwa 100 Auftritte insgesamt, und eine gelungene CD-Aufnahme. Dazu eine jubelnde und tobende Fangemeinde, die ihresgleichen sucht. Die erste Auflage der CDs sei nahezu ausverkauft, doch, so Jack Panek, eine Vorbestellung bei einer zweiten Auflage sei im Sekretariat der Schule jederzeit möglich. Wie es weiter gehe? Der engagierte Vollblutmusiker antwortet: „Es wird einen neuen Namen geben und aus der Hälfte der Band und von ,Minitus' eine neue Band gegründet.“ Markenzeichen: Blues, Funk & Soul ...
Der Erlös des Sommerfestes übrigens wird der Bildungsarbeit der „Initiative Sudan“ und der „Don Bosco Jugend 3. Welt“ zu Gute kommen.

Barbara Pikullik

 


Fotos: Tobias Mayer