Aufführung des Musicals "Straßenkinder" am 25. November 2008 in der Bundeskunsthalle

Nun ist schon viel Zeit vergangen, aber das Musical ist immer noch gegenwärtig in unseren Herzen, aber auch mit jedem Blick auf die Fotos oder die Zeitungsartikel, die sich jede stolze Mutter ausgeschnitten hat.
Es war eine Zeit kollektiver Kreativität, Produktivität und manchmal auch gefüllt mit stressigen und nervenaufreibenden Momenten. Es ist nun mal nicht so einfach, 47 Schüler und 20 Lehrer zu koordinieren, aber mit jeder Probe gewannen wir mehr Lust daran, dieses Musical auf die Bühne zu bringen.
Vor allem das Probenwochenende in Bad Honnef zeigte uns, dass noch jede Menge verborgene Power in uns steckt, die im Nu ans Tageslicht befördert wurde. Jeder Raum war erfüllt von Trommlern, Tänzern, Sängern und Schauspielern. Es herrschte kreatives Chaos, dennoch ist jeder bereit gewesen, den anderen zu unterstützen oder durch konstruktive Kritik weiterzubringen. Viele Proben folgten, und obwohl es nicht wirklich nach einer zusammenhängenden Sache aussah, sondern eher nach vielen einzelnen Szenen, gelang es uns das Musical über Straßenkinder in Südamerika mit großem Erfolg am 19., 21. und 22. Juni in der Aula der Schule und am 25. November letzten Jahres in der Bundeskunsthalle in Bonn zu präsentieren.
Die Geschichte, welche zum großen Teil aus Angela Neuhaus’ kreativem Kopf entsprang, handelt von den Schicksalen der Kinder in Südamerikas Straßen. Marí (Paula Zmudowski) wird von ihrer Mutter (Carina Frings) von zu Hause vertrieben. Doch schnell findet sie Anschluss bei Aná (Johanna Heide) und ihrem Bruder Pablo (Max Bahn). Zusammen mit den anderen versuchen sie, die gefangenen genommenen Straßenkinder zu befreien. Doch unter diesen befinden sich auch die Kinder einer nordamerikanischen Familie, die gleichzeitig dort Urlaub macht. Zwei Welten treffen aufeinander, doch beide haben nun ein gemeinsames Ziel. Während eine Touristin (Karina Claus) sich in Pablo verliebt, versucht dieser, mit Hilfe von Marí und seiner Schwester einen Plan zu entwickeln.
Durch das Musical wurden neben vielen tänzerischen Talenten auch viele gesangliche Begabungen entdeckt. Eine davon ist z. B. Marian Lehnberg. In der Rolle eines Straßenkindes gelang es ihm mit seiner umwerfenden Stimme, den ganzen Saal in seinen Bann zu ziehen.
Die Choreographien entstanden unter Leitung von Sabine Euskirchen und boten eine abwechslungsreiche Palette an Tänzen. Von Elementen aus Schwanensee bis hin zum coolen Breakdance war alles mit dabei. Kein Wunder also, dass die Straßenkinder durch ihre Auftritte soviel Geld gesammelt haben, dass sie die festgenommenen Kinder freikaufen können.
Doch so gut wie das Ende in unserem Musical ist das Leben der Kinder auf der Straße in Realität fast nie. Darum gingen die gesamten Einnahmen aus den Auftritten zum Thema ,,Straßenkinder” an die Jugend Dritte Welt e.V. der Salesianer Don Boscos.
Am 3. Februar 2009 übergab die gesamte Musical-AG den Scheck über 3000 (!) Euro an Bruder Edward Villordon und Leah Samson, Leiterin des Projektbüros der Salesianer auf den Philippinen. Sie freute sich mit der gesamten Musicalcrew, dieses Geld an die hilfsbedürftigen Straßenkinder weiterzugeben.
Spätestens da ist uns bewusst geworden, wofür sich all der Stress, das Chaos und die vielen ,,Überstunden” gelohnt haben.
An dieser Stelle bedanken wir uns noch mal bei allen, die uns Straßenkinder auf dem Weg zum Auftritt begleitet und unterstützt haben. Egal ob Lehrer, ganz besonders Frau Neuhaus und Frau Euskirchen, aber auch Frau Foppen mit ihren hilfreichen Tipps und Herr Mayer mit der Kamera an unserer Seite, die Technik-AG, die uns professionell mit Rat und Tat zur Verfügung stand, oder Frau Manz und Frau Henz, die beide organisatorische Aufgaben übernahmen.
Doch ein ganz besonderer Dank geht an die Eltern. Diese mussten sich zu Hause womöglich stundenlanges Gejaule anhören und sich die Tänze in hundertfacher Ausführung präsentieren lassen, ohne kritisieren zu dürfen. Sie schmierten die Brote für die stundenlangen Proben und waren für uns da, wenn es mal nicht so lief, wie wir wollten. Bis zum Schluss standen sie uns zur Seite, um uns dann nach Ende der Aufführung voller Stolz in die Arme zu schließen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge denken wir zurück an die Aufregung hinter den Kulissen, das aufsteigende Lampenfieber, das Kribbeln im Bauch und den voluminösen Beifall, als alles vorbei war.
Danke dafür.

 
Paula Zmudowski, 13b

   

Organisation und Leitung: Sabine Euskirchen, Angela Neuhaus, AG Veranstaltungstechnik
Programmheft und Plakaterstellung: Stephanie Manz und Judith Henz
Fotos: Tobias Mayer