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Nun ist schon viel Zeit vergangen, aber das Musical ist immer noch gegenwärtig
in unseren Herzen, aber auch mit jedem Blick auf die Fotos oder die Zeitungsartikel,
die sich jede stolze Mutter ausgeschnitten hat.
Es war eine Zeit kollektiver Kreativität, Produktivität und
manchmal auch gefüllt mit stressigen und nervenaufreibenden Momenten.
Es ist nun mal nicht so einfach, 47 Schüler und 20 Lehrer zu koordinieren,
aber mit jeder Probe gewannen wir mehr Lust daran, dieses Musical auf
die Bühne zu bringen.
Vor allem das Probenwochenende in Bad Honnef zeigte uns, dass noch jede
Menge verborgene Power in uns steckt, die im Nu ans Tageslicht befördert
wurde. Jeder Raum war erfüllt von Trommlern, Tänzern, Sängern
und Schauspielern. Es herrschte kreatives Chaos, dennoch ist jeder bereit
gewesen, den anderen zu unterstützen oder durch konstruktive Kritik
weiterzubringen. Viele Proben folgten, und obwohl es nicht wirklich nach
einer zusammenhängenden Sache aussah, sondern eher nach vielen einzelnen
Szenen, gelang es uns das Musical über Straßenkinder in Südamerika
mit großem Erfolg am 19., 21. und 22. Juni in der Aula der Schule
und am 25. November letzten Jahres in der Bundeskunsthalle in Bonn zu
präsentieren.
Die Geschichte, welche zum großen Teil aus Angela Neuhaus
kreativem Kopf entsprang, handelt von den Schicksalen der Kinder in Südamerikas
Straßen. Marí (Paula Zmudowski) wird von ihrer Mutter (Carina
Frings) von zu Hause vertrieben. Doch schnell findet sie Anschluss bei
Aná (Johanna Heide) und ihrem Bruder Pablo (Max Bahn). Zusammen
mit den anderen versuchen sie, die gefangenen genommenen Straßenkinder
zu befreien. Doch unter diesen befinden sich auch die Kinder einer nordamerikanischen
Familie, die gleichzeitig dort Urlaub macht. Zwei Welten treffen aufeinander,
doch beide haben nun ein gemeinsames Ziel. Während eine Touristin
(Karina Claus) sich in Pablo verliebt, versucht dieser, mit Hilfe von
Marí und seiner Schwester einen Plan zu entwickeln.
Durch das Musical wurden neben vielen tänzerischen Talenten auch
viele gesangliche Begabungen entdeckt. Eine davon ist z. B. Marian
Lehnberg. In der Rolle eines Straßenkindes gelang es ihm mit seiner
umwerfenden Stimme, den ganzen Saal in seinen Bann zu ziehen.
Die Choreographien entstanden unter Leitung von Sabine Euskirchen und
boten eine abwechslungsreiche Palette an Tänzen. Von Elementen aus
Schwanensee bis hin zum coolen Breakdance war alles mit dabei. Kein Wunder
also, dass die Straßenkinder durch ihre Auftritte soviel Geld gesammelt
haben, dass sie die festgenommenen Kinder freikaufen können.
Doch so gut wie das Ende in unserem Musical ist das Leben der Kinder auf
der Straße in Realität fast nie. Darum gingen die gesamten
Einnahmen aus den Auftritten zum Thema ,,Straßenkinder an
die Jugend Dritte Welt e.V. der Salesianer Don Boscos.
Am 3. Februar 2009 übergab die gesamte Musical-AG den Scheck über
3000 (!) Euro an Bruder Edward Villordon und Leah Samson, Leiterin des
Projektbüros der Salesianer auf den Philippinen. Sie freute
sich mit der gesamten Musicalcrew, dieses Geld an die hilfsbedürftigen
Straßenkinder weiterzugeben.
Spätestens da ist uns bewusst geworden, wofür sich all der Stress,
das Chaos und die vielen ,,Überstunden gelohnt haben.
An dieser Stelle bedanken wir uns noch mal bei allen, die uns Straßenkinder
auf dem Weg zum Auftritt begleitet und unterstützt haben. Egal ob
Lehrer, ganz besonders Frau Neuhaus und Frau Euskirchen, aber auch Frau
Foppen mit ihren hilfreichen Tipps und Herr Mayer mit der Kamera an unserer
Seite, die Technik-AG, die uns professionell mit Rat und Tat zur Verfügung
stand, oder Frau Manz und Frau Henz, die beide organisatorische Aufgaben
übernahmen.
Doch ein ganz besonderer Dank geht an die Eltern. Diese mussten sich zu
Hause womöglich stundenlanges Gejaule anhören und sich die Tänze
in hundertfacher Ausführung präsentieren lassen, ohne kritisieren
zu dürfen. Sie schmierten die Brote für die stundenlangen Proben
und waren für uns da, wenn es mal nicht so lief, wie wir wollten.
Bis zum Schluss standen sie uns zur Seite, um uns dann nach Ende der Aufführung
voller Stolz in die Arme zu schließen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge denken wir zurück an
die Aufregung hinter den Kulissen, das aufsteigende Lampenfieber, das
Kribbeln im Bauch und den voluminösen Beifall, als alles vorbei war.
Danke dafür.
Paula Zmudowski, 13b
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