Aufführungen des Musicals "Straßenkinder" am 19., 21. und 22. Juni 2008

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Wenn Schulleiter Johannes Heide Salsa tanzt

47 Schüler und 20 Lehrer des CJD beteiligen sich am dem selbst entwickelten Musical „Dos mundos contrarios - Zwei Welten, eine Straße". Der Erlös ist für Straßenkinder bestimmt

Plötzlich rappelt es im Karton. Arme recken sich empor. Kinder kriechen aus den Pappschachteln. Die Mädchen und Jungen haben wirre Haare, sie sind dreckverschmiert und gähnen, weil sie nach der Nacht in ihrem unbequemen „Bett" immer noch müde sind. Eine Straßenszene in Südamerika: verlegt auf die Bühne des CJD. Die Musical-AG der Christophorusschule nahm sich des Schicksals der Straßenkinder in Entwicklungsländern an. „Dos mundos contrarios - Zwei Wellen, eine Straße" heißt das Stück.
„Wir sind die Kinder des Drecks, wir sind verloren, sind auf der Straße geboren, wir sind der Abschaum der Welt", singen die Kinder ohne Hoffnung. Regisseurin Angela Neuhaus hatte selbst einmal ein Jahr lang unentgeltlich in einem Waisenhaus in Südamerika gearbeitet. Die Lehrerin für Biologie und Erdkunde mit einem Faible für Musik kennt den extremen Kontrast zwischen dem harten Schicksal von Straßenkindern und dem Luxusleben der Reichen auch von Reisen dorthin. Hinzu kam noch das Engagement der ehemaligen Jahrgangsstufe 13 für Straßenkinderprojekte. Aus dem persönlichen Schicksal der Kinder und den mitreißenden Rhythmen südamerikanischer Musik mixte die AG-Chefin einen packenden Cocktail. Denn: Die CJD-Arbeits-Gemeinschaft spielt nicht irgendein fertiges Musical, sondern die Regisseurin schreibt es selbst und die Schüler bringen beim Einstudieren ihre Ideen ein. Sie dürfen sich die Rollen aussuchen, auch ihre Kostüme. „Es macht Spaß, viele Schüler aus verschiedenen Jahrgängen sind dabei, singen, schauspielern oder trommeln", erzählt Caspar Rüter (12), der ein Straßenkind mimt. „Am Anfang des Schuljahres fand ein Casting für die Musical-AG statt", berichtet Marian Lehnberg (11), im Stück Straßenkind Sandro. „Wir haben viel Neues gelernt, auch Filme über Straßenkinder gesehen, um uns gut in die Atmosphäre hineinversetzen zu können."
Das gelingt wirklich allen Akteuren, die sich aus den Klassen 6 bis 12 rekrutieren. 47 Schüler und auch 20 Lehrer mischen mit. Da tanzt etwa Schulleiter Johannes Heide Salsa, und Lehrer Christoph Heimbach singt mit Karina Claus aus Klasse 11 „Time of my life".
Angela Neuhaus erteilte dazu in den vergangenen Monaten auch Gesangsunterricht: mit hörbarem Erfolg. Für die Choreografie zeichnet Sabine Euskirchen verantwortlich, die Biologie und Sport unterrichtet und mit den Akteuren die Tänze einstudierte. Da gibt es neben Hip-Hop und Techno auch Ballett zum „Schwanensee". Stets passend zur Situation, erfrischend und gekonnt.
Im Musical überschlagen sich die Ereignisse. Zwei Studentinnen und eine vom Urlaubskonsum gelangweilte Gruppe von Touristinnen verlassen das sichere Hotelgelände, geraten in die Slums. Plötzlich Kreischen, die Studentinnen werden beraubt. Die Touristinnen gelangen zwischen zwei rivalisierende Straßenkindergruppen. Die
Polizei trifft ein. Brutal packen sie die Kinder, aber auch zwei der Fremden. Die Bühne verwandelt sich in ein Gefängnis. Schläge hinter Gittern bei Wasser und Brot auf der einen Seite, das Luxusleben mit Unterhaltung am Pool, Tanz und Cocktails unter der Regie von „Hotelmanagerin" Julia Euskirchen (17) auf der anderen.
Dann die Nachricht von der Verhaftung. Verzweiflung. Nachdenken. Touristen und Straßenkinder tun sich zusammen. Ein Plan wird geboren. Kleider machen Leute: Die armen Kinder tragen Kleidung der Touristen, treten in einer Veranstaltung auf. Mit dem Geld sollen die Verhafteten freigekauft werden. „Wir gehören alle zusammen", sagt Sandro. Und als Lied erklingt „At the beginning". Gesungen wird es von Paula Zmudowski aus Klasse 12, der Mari im Musical. Um sie rankt sich noch eine wunderschöne Liebesgeschichte. Auf der Straße verliebt sich Pablo, Max Bahn aus der 11, in sie. Auch er ist ein Straßenkind. Als er Touristin Karina Claus helfen will, findet sie Gefallen an ihm. „Aber ich bin ja schon verliebt, in Mari", hält Pablo an dem Mädchen an seiner Seite fest.
An das wirkliche Leben abseits der Bühne denkt die Musical-AG auch: Alle Einnahmen aus den Auftritten gehen an das Straßenkinder-Hilfsprojekt Don Bosco.

Roswitha Oschmann, GA Bonn, 21. Juni 2008

 

Zwischen Armenviertel und Luxusleben


Musical-AG der CJD-Schule Königswinter zeigt ihr drittes Projekt „Dos mundos contrarios"

Nach den Erfolgen von „Backstage" und »Galaxis Mundi" folgt das lang erwartete dritte Projekt der Musical-AG der Christophorusschule (CJD) Königswinter unter der Leitung von Angela Neuhaus (Regie) und Sabine Euskirchen (Choreographie).
Die Idee zu dem Musical „Dos mundos contrarios" entstammt aus dem Engagement der ehemaligen Jahrgangsstufe 13 für Straßenkinderprojekte in Südamerika. „Ich habe ein Jahr lang in Südamerika gelebt und bin daher mit den harten Schicksalen von Straßenkindern und dem extremen Kontrast zum Luxusleben der Reichen mehrfach konfrontiert worden", sagt Angela Neuhaus, der es ein Anliegen war, ein Musical zu den beiden konträren Welten zu entwickeln.
Die Zuschauer werden von den rund 50 Sängern, Schauspielern, Trommlern und Tänzern in die Welt von Straßenkindern und Polizeiguerillas, aber auch in die der verwöhnten Touristen in schicken Hotelanlagen „entführt". Diese beiden Welten, die normalerweise niemals in Kontakt miteinander kommen, führen zwei Studentinnen und eine vom Urlaubskonsum gelangweilte Touristinnengruppe zusammen, die sich auf den Weg aus dem gesicherten Hotelgelände machen.
Auf der Suche nach neuen Abenteuern und Nervenkitzel verschlägt es sie in die Slums, wo sie lernen, was es bedeutet, auf der Straße um das bloße Überleben zu kämpfen. Die gemeinsame Erkenntnis um die Willkür und Brutalität lässt Straßenkinder und Touristinnen einen Plan entwickeln...
Freuen können sich die Zuschauer auf die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 6 bis 12 und auch wieder der Lehrer, ohne die die Musical-AG kaum denkbar ist.

Madeleine Majunke, Bonner Rundschau, 21. Juni 2008

 

   
 
     
     
     
   
 

Organisation und Leitung: Sabine Euskirchen, Angela Neuhaus, AG Veranstaltungstechnik
Programmheft und Plakaterstellung: Stephanie Manz und Judith Henz
Fotos: Tobias Mayer