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Einführung des neuen Realschulrektors am 9. Januar 2004

 

 

Das Überlebenstraining ist der neue Rektor gewöhnt
Jörg Möller hat bereits einiges erlebt. Der Japan-Kenner findet das Konzept des CJD reizvoll

Die 335 Realschüler an der Jugenddorf Christophorusschule freuen sich auf ihren neuen "Boss". Wir hoffen, er ist nett, alles andere findet sich ganz bestimmt", sang der Unterstufenchor unter der Leitung von Brigitte Schmitt bei der Begrüßungsveranstaltung für den neuen Rektor Jörg Möller in der Aula.

Die Fußabdrücke, die sein beliebter Vorgänger Michael Herbrechter hinterlassen hat, sind ziemlich groß, doch Jugenddorf- und Schulleiter Hans-Joachim Gardyan ist zuversichtlich, dass Möller sie ausfüllen wird. Die Vita des 41-jährigen Doktors der Pädagogik, Sportwissenschaften und Philologie ist jedenfalls äußerst umfangreich. Auch wenn die praktische Arbeit in der Schule für Möller nach fünf Jahren als Leiter des Christlich-Pädagogischen Institutes des CJD im schwäbischen Eppingen Neuland ist, hat der neue Mann seit seinem Dienstantritt am 1. Dezember "schnell die etwas undurchsichtigen Strukturen unserer Einrichtung durchschaut“, wie Gardyan bemerkte.

Bei der neuen Aufgabe dürfte Möller sein Kämpfernaturell zugute kommen. Seit er wegen Knieproblernen nicht mehr Volleyball spielen kann, betreibt er die japanischen Kampfsportarten Judo und Kendo, auch wenn er an seinem neuen Wirkungsfeld noch keinen Verein gefunden hat. Zu Japan hat er ohnehin einen besonderen Bezug. Zwei Jahre lang arbeitete Möller als wissenschaftlicher Referent der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens in Japan. Insgesamt lebte er vier Jahre im Land der aufgehenden Sonne. Seine Doktorarbeit schrieb er über das Wirken von Emil Hausknecht und die Herbart Rezeption in Japan. Der deutsche Pädagoge Johann Friedrich Herbart hat es dem neuen Rektor besonders angetan. Die Erkenntnisse des Kant-Nachfolgers möchte er gerne auch in die pädagogische Arbeit am CJD übertragen. Besonders Herbarts Maxime vorn "Verstehen als Möglichkeit zu Glück und Freiheit" hat ihn geprägt. "Ich lege großen Wert darauf, dass die Dinge verstanden und nicht nur auswendig gelernt werden." Die Konzeption des CJD jeden Schüler nach seiner Begabung zu fördern, habe ihn dabei besonders gereizt. "Viele Menschen kommen als Original zur Weit und sterben als Kopie. Das wollte Herbart nicht, und das will auch das CJD nicht", so Möller.

Nach fünf Jahren im schwäbischen "Exil", wie Möller selbst sagt, freut sich der "kölsche Jung" endlich wieder im Rheinland zurück zu sein. Das Siebengebirge kennt er aus seiner Zeit als Pfadfinder wie seine Westentasche. Etwas im Lebenslauf ihres neuen Rektors hat die Entscheidungsträger am CJD vielleicht besonders beeindruckt. Vor elf Jahren machte Möller ein Überlebenstraining im Yukon-Territorium in Alaska. Eine bessere Voraussetzung für den Schulalltag kann er nicht mitbringen.

© www.general-anzeiger-bonn.de Hansjürgen Melzer, 10./11. Januar 2004
   

Fotos: Tobias Mayer