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Das Überlebenstraining ist der neue
Rektor gewöhnt
Jörg Möller hat bereits einiges erlebt. Der Japan-Kenner findet
das Konzept des CJD reizvoll
Die 335 Realschüler an der Jugenddorf Christophorusschule
freuen sich auf ihren neuen "Boss". Wir hoffen, er ist nett,
alles andere findet sich ganz bestimmt", sang der Unterstufenchor
unter der Leitung von Brigitte Schmitt bei der Begrüßungsveranstaltung
für den neuen Rektor Jörg Möller in der Aula.
Die Fußabdrücke, die sein beliebter Vorgänger
Michael Herbrechter hinterlassen hat, sind ziemlich groß, doch Jugenddorf-
und Schulleiter Hans-Joachim Gardyan ist zuversichtlich, dass Möller
sie ausfüllen wird. Die Vita des 41-jährigen Doktors der Pädagogik,
Sportwissenschaften und Philologie ist jedenfalls äußerst umfangreich.
Auch wenn die praktische Arbeit in der Schule für Möller nach
fünf Jahren als Leiter des Christlich-Pädagogischen Institutes
des CJD im schwäbischen Eppingen Neuland ist, hat der neue Mann seit
seinem Dienstantritt am 1. Dezember "schnell die etwas undurchsichtigen
Strukturen unserer Einrichtung durchschaut, wie Gardyan bemerkte.
Bei der neuen Aufgabe dürfte Möller sein Kämpfernaturell
zugute kommen. Seit er wegen Knieproblernen nicht mehr Volleyball spielen
kann, betreibt er die japanischen Kampfsportarten Judo und Kendo, auch
wenn er an seinem neuen Wirkungsfeld noch keinen Verein gefunden hat.
Zu Japan hat er ohnehin einen besonderen Bezug. Zwei Jahre lang arbeitete
Möller als wissenschaftlicher Referent der Deutschen Gesellschaft
für Natur- und Völkerkunde Ostasiens in Japan. Insgesamt lebte
er vier Jahre im Land der aufgehenden Sonne. Seine Doktorarbeit schrieb
er über das Wirken von Emil Hausknecht und die Herbart Rezeption
in Japan. Der deutsche Pädagoge Johann Friedrich Herbart hat es dem
neuen Rektor besonders angetan. Die Erkenntnisse des Kant-Nachfolgers
möchte er gerne auch in die pädagogische Arbeit am CJD übertragen.
Besonders Herbarts Maxime vorn "Verstehen als Möglichkeit zu
Glück und Freiheit" hat ihn geprägt. "Ich lege großen
Wert darauf, dass die Dinge verstanden und nicht nur auswendig gelernt
werden." Die Konzeption des CJD jeden Schüler nach seiner Begabung
zu fördern, habe ihn dabei besonders gereizt. "Viele Menschen
kommen als Original zur Weit und sterben als Kopie. Das wollte Herbart
nicht, und das will auch das CJD nicht", so Möller.
Nach fünf Jahren im schwäbischen "Exil",
wie Möller selbst sagt, freut sich der "kölsche Jung"
endlich wieder im Rheinland zurück zu sein. Das Siebengebirge kennt
er aus seiner Zeit als Pfadfinder wie seine Westentasche. Etwas im Lebenslauf
ihres neuen Rektors hat die Entscheidungsträger am CJD vielleicht
besonders beeindruckt. Vor elf Jahren machte Möller ein Überlebenstraining
im Yukon-Territorium in Alaska. Eine bessere Voraussetzung für den
Schulalltag kann er nicht mitbringen.
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