Frisches Leben im Gemäuer: Kunsttage 2004

Buntes Treiben herrscht seit Freitag in dem früher als Grundschule genutzten Gebäude am Palastweiher. Im Rahmen der Kunsttage arbeitet eine Gruppe Kunststudenten der Kölner Universität mit Namen „Gruppe 011“ gemeinsam mit Schülern der Jugenddorf-Christophorus-Schule (CJD) an unterschiedlichen Projekten.
„Das bedeutet frisches Leben in alten Gemäuern“, sagte Bürgermeister Peter Wirtz bei der Eröffnung des Projekts „Kunstbegehren“. Möglicherweise der Anstoß für eine neue Bestimmung des Hauses als Kunsthaus. „Mäzene sind gesucht“, so der Bürgermeister, „wir überlegen, das Gebäude kostenlos zum symbolischen Wert abzugeben, damit es so sinnvoll genutzt werden kann.“
Bilder der Studentengruppe hingen bereits vor Beginn des Projekts am Freitag in den Jugendstil-Räumen der Schule. „Damit das hier nicht so nackt aussieht“, begründete Andreas Breitenstein, CJD-Kunstkoordinator, die Vorab-Ausstellung. Geplant ist über eine Woche lang täglich von 12 bis 18 Uhr ein „offenes Atelier“, in dem Zuschauer willkommen sind.
„Die Schüler haben extra freibekommen“, erläuterte Breitenstein. „Was hier produziert wird, wird am nächsten Samstag bei der Finissage ausgestellt“, so der Koordinator. Insgesamt sind laut Breitenstein rund 70 Schüler im Laufe der Woche an verschiedenen Projekten beteiligt. Die Studentengruppe aus „unterschiedlichen Charakteren mit gemeinsamer Sprache“ vermittelt ihr Wissen über Großbildmalerei, Pastellzeichnungen, Skulpturarbeiten oder Installationen wie die am Samstag auf dem Parkplatz vor der Schule unter dem Titel „LandArt“.
Der Beginn des Projekts am Samstag verlief etwas unglücklich - von ursprünglich angekündigten sechs Schülern waren am Nachmittag nur zwei anwesend. Möglicherweise war das für Freiluftaktionen unvorteilhafte Wetter verantwortlich. Studentin Marta Janicka sah dieses Projekt dennoch nicht gefährdet: „Wir ziehen das durch.“ Schließlich nahm die farbige Verpackungs- und Gestaltungsaktion doch Form an.
Eine Münchner Versicherungsgesellschaft stiftete drei Kunstpreise im Wert von insgesamt 2000 Euro. Am Freitag, 26. März, sollen gegen 16 Uhr die Ergebnisse vorgestellt und prämiert werden. Das Projekt am Palastweiher endet am Samstag, 27. März, mit einer Feier, bei der laut Gruppensprecherin Agnieszka Stelmaszyk jeder willkommen ist.

© www.rundschau-online.de (Arno Blaskowski, 22.03.2004)
 

Fotos: Sabine Stange und Tobias Mayer