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Das CJD Kreativhaus: Grundsteinlegung am 16. Dezember 2004
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Schlussstein des Berlin-Ausgleichs
Eine Werkstatt für Talente und Tüftler
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Was wäre wohl aus Daniel Düsentrieb geworden,
wenn er einerseits keine Erfinderwerkstatt zum Tüfteln und andererseits
keinen reichen Verwandten, der ihm die Goldtaler dafür gab, gehabt
hätte? So ist das eben; Talente wollen entdeckt und gefördert
sein, um sich entfalten zu können. Dieses Ziel verfolgt die Christliche
Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) bereits seit Jahren mit dem Kompetenzzentrum
Hochbegabtenförderung. Gestern folgte ein weiterer Schritt auf dem
Weg zur individuellen Talentförderung. Der Grundstein für das
neue CJD-Kreativhaus wurde auf dem Schulgelände am Cleethorpeser
Platz gelegt.
Dort, wo früher eine Turnhalle stand und sich jetzt ein Kran breit
macht, soll innerhalb eines Jahres das neue Haus des Machens",
wie Schulleiter Hans-Joachim Gardyan es umschreibt, entstehen. Der Neubau
soll nach den Herbstferien 2005 Schülern der Region die Möglichkeit
bieten, sich musisch, aber auch technisch, auszuprobieren und zu entwickeln.
Diese Kombination sei bundesweit einmalig, so Gardyan. Gerade deshalb
sei das Projekt ein so wirkungsvolles Mittel zur Stärkung der
Region, weil es jungen Leute beste Zukunftschancen biete", bekräftigte
Landrat Frithjof Kühn, der ebenfalls bei der Grundsteinlegung zur
Kelle griff.
Kühn erinnerte sich noch genau an das Gespräch, in dem ihm
Gardyan vor gut einem Jahr vom Traum einer Erfinderwerkstatt und den mangelnden
Verwirklichungsmöglichkeiten innerhalb der Schule erzählte, „Eine Mordsinvestition",
dass sei ihm gleich bewusst gewesen, so Kühn gestern. Aber ihm fiel das
Pendant zum Goldtaler zahlenden Onkel aus Entenhausen ein. Denn im Topf
des Bonn/Berlin-Ausgleichs befanden sich damals noch knapp zwei Millionen
Euro. Die Idee eines Kreativhauses, in dem nicht nur Ideen geboren, sondern
vor allem auch in die Tat umgesetzt werden, stieß auch beim zuständigen
Bundesverkehrsministerium auf offene Ohren. „Wir sind guten Mutes, auf
ungeahnte Schätze zu stoßen", so Michael Deres. Deshalb habe das Ministerium
die Idee gerne unterstützt. Gemeinsam mit den Lehrern der Christophorusschule
entwickelte Hans-Joachim Gardyan das Konzept des Kreativhauses. Ausgestattet
mit einem Maschinenraum, einem Fotolabor, Zeichen- und Werkräumen, Computerzim-mer,
einem Musik- und einem Tanzsaal, einem Tonstudio sowie verschiedenen Räumen
zum technischen Konstruieren und Basteln soll das Haus zukünftig nachmittags
jungen Kreativen offen stehen. Die Ergebnisse ihrer Tüfteleien und Ideen
sollen -beispielsweise in Form von Patentanmeldungen aus dem technischen
Gebiet oder eines Kunstwerkes aus dem musischen Bereich - vorgelegt und
auch vermarktet werden.
Insgesamt kostet der Neubau des CJD-Kreativhauses 2,167
Millionen Euro. 75 Prozent davon kommen vom Bund aus dem Finanztopf des
Bonn-Berlin-Ausgleichs. Der Bewilligungsbescheid über die 1,625 Millionen
Euro wurde jetzt erteilt. Die restliche Summe teilen sich die Stadt Königswinter,
die das Grundstück zur Verfügung stellt (216 000 Euro) und die Schule,
die ein Darlehen über rund 325 000 Euro aufnimmt. Das Haus soll sich jedoch
nicht über sein Angebot finanzieren, betonte Schulleiter Hans-Joachim
Gardyan. Was kostenfrei machbar sei, solle den Jugendlichen auch kostenfrei
ermöglicht werden. Deshalb werden zur finanziellen Unterstützung des Projekts
noch weitere Sponsoren gesucht. Beispielsweise, um die noch fehlenden
50 000 Euro für die Innenausstattung des Kreativhauses zu übernehmen,
Bianca Pohlmann, Bonner Rundschau, 17. Dezember 2004
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Foto: Ralph Klodt
Das ist eine Einrichtung, die nicht nur Königswinter,
sondern den Rhein-Sieg-Kreis und die ganze Region bereichert. Landrat
Frithjof Kühn ist vom Erfolg des Projekts überzeugt, für
das es in Deutschland kein Vorbild gibt, wie Hans-Joachim
Gardyan betont. Die Rede ist vom Kreativhaus der Jugenddorf-Christophorusschule
(CJD), das mit 1,625 Millionen Euro aus dem Bonn-Berlin-Ausgleichstopf
gefördert und noch in diesem Jahr in Angriff genommen wird. Jugenddorf-Leiter
Gardyan und Landrat Kühn stellten das Neubau-Projekt gestern zusammen
mit Bürgermeister Peter Wirtz offiziell vor.
Wie die Rundschau berichtete, war letzte Woche bei Gesprächen
mit dem für den Berlinausgleich zuständigen Bundesbauministerium
eine Einigung über die Verteilung noch vorhandener Gelder aus dem
Ausgleichstopf gefunden worden. Demnach fließen 1,625 Millionen
Euro ins CJD-Kreativhaus, das laut Kühn die Qualität der
Ausbildung in der Region ganz wesentlich verbessern wird. Der Zuschuss
macht 75 Prozent der Kosten aus, die verbleidenden 25 Prozent teilen sich
die Stadt Königswinter (sie stellt das Grundstück im Wert von
216 000 Euro zur Verfügung) und die CJD-Schule (sie nimmt ein Darlehen
in Höhe von 325 000 Euro auf).
Ich weiß nicht, was da passiert, umschrieb
Gardyan die Tatsache, das die Ergebnisse kreativer Prozesse naturgemäß
offen sind. Schüler aus der ganzen Region sollen in dem Neubau Spielraum
für alle denkbaren Ansätze von Kreativität bekommen, und
zwar sowohl in technischen wie in musischen Fächern, die wiederum
vernetzt werden. Es gehe darum Ideen umzusetzen in einer Architektur,
die das ermöglicht, sagte der CJD-Chef.
Nach den Plänen des Königswinterer Architekten
Karl-Heinz Görres wird der zweigeschossige Neubau an die Sporthalle
gesetzt. Vorgesehen sind Werkstatt- und Maschinenraum, EDV-Raum, Musikraum
mit Ton- und Videostudio, Ausstellungsräume sowie eine Wetter / Astronomiestation
und ein lichtdurchfluteter Zeichenraum. Die Offenheit des Kreativhauses
für alle wird auch architektonisch deutlich: durch die Ausrichtung
zur Stadt und nicht zur Schule hin. Görres betonte zudem, es gehe
nicht darum zu protzen, sondern wirtschaftlich mit Geld umzugehen.
Das Kreativhaus ist bewusst an die CJD-Schule angebunden,
weil sie inzwischen jahrelange Erfahrung mit der Hochbegabtenförderung
hat. Als Einrichtung mit weit über 100 hochbegabten Kindern
und Jugendlichen ist ein kreatives Potenzial vorhanden, das im Kreativhaus
angemessene Förderbedingungen vorfinden wird, heißt es
in der Projektbeschreibung. Gleichzeitig würden an der Schule unter
einem Dach und in gleicher Dringlichkeit Gymnasiasten, Realschüler
und Hochbegabte durch die verschiedensten Ansätze gefördert.
Gardyan bringt das so auf den Punkt: Das Kreativhaus kommt allen
Schülern zugute.
Und es soll vernetzt werden. Nicht nur mit anderen Schulen,
sondern etwa auch mit der Uni Bonn, Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-
Institut oder dem Deutschen Zentrum für Raumfahrt (DLR) in Köln
sowie mit Künstlern und Volkshochschulen. Aber auch Kontakt zu Stiftungen
und Sponsoren hat das Jugenddorf aufgenommen.
Dass der Bund das Kreativhaus aus dem Bonn-Berlin-Topf fördert,
wird mit dem Stichwort Qualifizierung begründet: Der Raum Bonn /
Rhein-Sieg brauche als Wissenschaftsstandort und Region
mit zukunftsorientierter Wirtschaftsstruktur gut qualifizierte Nachwuchskräfte
und gut ausgebildetes Personal. Das sei für die regionale Entwicklung
der wichtigste Standortfaktor. Beim Bundesbauministerium war
man laut Gardyan von dem Projekt begeistert. Es sei dort als Schlussstein
für das gesamte Bonn-Berlin-Ausgleichsprojekt bezeichnet worden.
Carsten Schultz, 14. Juli 2004
Fotos von der Grundsteinlegung am 16. Dezember 2004:
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CJD-Kreativhaus durch Ausgleichsleistungen
des Bundes
Christophorusschule erweitert Möglichkeiten zur Förderung junger
Menschen
Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland e. V. (CJD) errichtet
in Königswinter ein Kreativhaus. Das Projekt wird zu 75 Prozent -
etwa 1,625 Millionen Euro - aus Mitteln des Bonn/Berlin-Ausgleichs finanziert.
Der Bewilligungsbescheid hierfür ist jetzt erteilt worden.
Das CJD Kreativhaus soll durch seine besondere Raumgestaltung
und Ausstattung dazu beitragen, dass junge Menschen ihre Kreativität
und Kompetenzen auf allen Gebieten entfalten und erweitern können.
Die beiden Schwerpunkte des Hauses sind die Entwicklung und praktische
Umsetzung in technischer Kreativität sowie in musischer Kreativität.
Die CJD Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter, auf deren Campus
das CJD Kreativhaus entsteht, versteht sich als eine Schule, unter deren
Dach Schüler in zwei Schulformen - Gymnasium und Realschule - sowie
einem Hochbegabtenzweig gemeinsam lernen und leben. Somit ist jeder junge
Mensch, unabhängig von der Schulform, eingeladen, sein besonderes
Kreativitätspotential zu entwickeln. Im Zuge dessen stehen die Türen
des CJD-Kreativhauses auch Schülern und Schülerinnen der Region
offen. Die Angebote des CJD Kreativhauses Königswinter sollen jungen
Menschen durch Förderung ihrer individuellen Kreativitätspotentiale
schulisch und beruflich weiterbringen und somit auch nachhaltig eine Stärkung
des Wissenschafts-, Wirtschafts- und Kulturstandorts Bonn/Rhein-Sieg bewirken.
Das Projekt lässt keine Möglichkeiten offen, sich
kreativ zu entfalten. Es wird ebenso einen Maschinenraum beherbergen wie
ein Fotolabor, es wird Zeichen- und Werkräume, aber auch Computerräume,
einen Musiksaal, ein Tonstudio sowie verschiedene Räume für
technisches Konstruieren und Basteln umfassen.
Am 16. Dezember 2004 wurde um 12 Uhr offiziell der Grundstein
für dieses innovative, in Deutschland bislang einzigartige Vorhaben
gelegt.
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Fotos: Ralph Klodt und Tobias
Mayer
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