Den Vollblut-CJDler bringt nichts aus der Ruhe

Verabschiedung des Realschulleiters Michael Herbrechter am 14. November 2003
Schüler, Eltern und Kollegen danken dem beliebten Pädagogen mit Sketchen, Musik und Sonnenblumen


Feierlich hat die Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) in Königswinter ihren Realschulrektor Michael Herbrechter verabschiedet. Nach zehn Jahren verlässt er das CJD, um die Geschwister-Scholl-Realschule in Westerburg zu leiten.
„Michael Herbrechter geht - schade. Diese Schüleraussage trifft die Stimmungslage der gesamten Schule", begann Jugenddorf- und Schulleiter Hans-Joachim Gardyan seine Abschiedsrede. Das Bedauern der Kollegen und Schüler war deutlich zu spüren: So manch ein Tränchen floss bei der Feier. „Er war der Mann der ersten Stunde", blickte Gardyan auf den Anfang des von Schülern und Lehrern geschätzten Biologie- und Sozialwissenschaftslehrers am CJD zurück. Interessiert am Aufbau der Schule, kam Herbrechter 1991 nach Königswinter. Drei Jahre später wurde er Rektor der Realschule.
Der Lehrer-Gospelchor unter Leitung von Angela Neuhaus resümierte gesanglich und schauspielerisch die Stationen von Herbrechter am CJD: Mit „Nobody knows the trouble I've seen" umschrieben sie seine Arbeit als Koordinator des Vertretungsplans. Sie spielten in einem Sketch nach, wie gelassen Herbrechter morgendlich auf unangemeldete Exkursionen, fehlende Lehrerkollegen und plötzlich benötigte Klausuraufsichten reagierte: „Das kriegen wir schon hin", war stets seine aufmunternde Antwort.
Wie Herbrechter es schaffen konnte, soviel Gelassenheit in den stressigen Schulalltag zu bringen fragten sich die Lehrerkollegen mit dem Stück „How you got over". „Good News" war der passende Song für die gute Nachricht, dass an der Geschwister-Scholl-Realschule in Westerburg ein Schulleiter gesucht wird. Die Tanz-AG „Insomnia" verabschiedete sich mit einem fetzigen Tanz. Die Realschulsprecherin für den Jugenddorfrat Caroline Streblow wünschte dem Gummibär-Fan Herbrechter viel Erfolg im Gummibärenland und versicherte, dass er wohl ganz sicher seinen Platz an der Spitze der Gummibärenbande finden würde.,
„Herbrechter ist ein Vollblut CJD-ler. Ruhig und ausgewogen hat er unser Konzept umgesetzt und eine selbstbewusste Realschule mit eigenem Profil verwirklicht", so Gardyan. Für den Jugenddorf-und Schulleiter war es aber vor allem Herbrechters offenes Ohr, seine Fähigkeit zuhören zu können, sich auf andere einzulassen, die er als das Vorbildhafteste nannte. Auch Bürgermeister Peter Wirtz dankte Herbrechter für die „Fruchtbare, erfolgreiche Zeit am CJD und die menschliche Wärme, die er jeden spüren ließ".
Der Realschulrektor aus Oberpleis und Sprecher der Realschulleiterkonferenz des Rhein/Sieg-Kreises Bernd Reul lobte weitere positive Eigenschaften Herbrechters: „Seinen tiefen Humor, seine Lustigkeit und, dass er die Dinge nie zu ernst nimmt." Madeleine Majunke-Noll dankte Herbrechter im Namen der Schulpflegschaft. Mit ihr kam eine Schar Kinder auf die Bühne und überreichte Herbrechter jeweils eine Sonnenblume. „Mir war es immer wichtig die Menschlichkeit in die Schule zu bringen und, dass aus einem Ich ein Wir und aus einem Meins ein Unser winde: Wir können stolz auf unser CJD in Königswinter sein", erklärte Herbrechter und bedankte sich bei allen. Glamourös wurde es, als eine Tanzformation der Realschullehrerinnen zu Frank Sinatras „New York - New York" mit Zylinder und Stock tanzte. Am Ende zogen sie alle den Hut vor Herbrechter - das Publikum jubelte.

© www.general-anzeiger-bonn.de (17. November 2003, Kathrin Giese)

 


Fotos: Darko Vukajlic und Tobias Mayer