CJD-Schüler schnupperten in Arbeitsalltag hinein
- Erfahrungen beim "Forum Beruf" vorgestellt
Lautes Stimmengewirr, stolze Schülergesichter, interessierte Eltern
und vor allem: jede Menge Information. Das waren wohl die ersten Eindrücke,
die die Besucher des "Forum Beruf 2001" in der Aula der Jugenddorf-Christophorusschule
(CJD) in sich aufnahmen. Zum sechsten Mal präsentierten dort die
Schüler der neunten Klassen die Ergebnisse ihrer Betriebspraktika.
Viele
Besucher informierten sich auf dem "Forum Beruf" in der
Aula des CJD über die Erfahrungen der Schüler mit dem Arbeitsalltag.
Foto: Frank Homann
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Michael
Herbrechter, Leiter des Realschulzweiges des CJD. 60 Realschüler
und 103 Gymnasiasten der neunten Klassen hatten vor den Osterferien bis
zu drei Wochen ins Berufsleben hinein geschnuppert. Die Plätze für
die Praktika hatten sie sich vorab selbst gesucht und im Unterricht etwa
gelernt, wie eine korrekte Bewerbung auszusehen hat. So ergab sich auf
dem "Forum Beruf 2001" ein breites Spektrum an Berufsfeldern,
vom Bäcker über die Modistin bis hin zum Lebensmittellaboranten
und Zahnarzt.
So unterschiedlich wie die angetesteten Berufe war auch die Art und Weise,
wie die Schüler ihre Erfahrungen auf dem Forum präsentierten.
Pflicht, so berichtete Wilhelm
Feldkötter, Koordinator des Betriebspraktikums, war es, mindestens
ein individuell gestaltetes Plakat für die Veranstaltung zu erstellen.
Zusätzlich hatten die meisten Schüler auch einen Praktikumsordner,
eine Fotodokumentation oder auch eine multimediale Präsentation zu
bieten.

Schüler/innen der 9. Klassen und ihre Dokumentationen

Vor sechs Jahren wurde das "Forum Beruf" ins Leben gerufen,
weil, so Herbrechter, "die Zeit des Praktikums so wichtig für
die Schüler ist." Es sei zu schade, wenn die Ergebnisse in der
Schublade landeten. Doch nicht nur die Schüler stellten aus, gekommen
waren auch Gäste wie Vertreter des Grenzschutzpräsidiums
West, des Polizeipräsidiums
Bonn, der Kreissparkasse und den Hayes-Lemmerz-Werken, die über
Berufe in ihren Betrieben informierten.
Für das leibliche Wohl war gesorgt.
Erstmals verlieh Schuldirektor Hans-Joachim
Gardyan überdies die neu eingeführte Anerkennung "Berufsbildender
Partner des Jahres". Und dies zum Auftakt gleich zwei Mal: an Nicole
Wimmer von der Kreissparkasse Siegburg, Zweigstelle Königswinter,
und an Horst Wendt, Leiter der Ausbildung bei
Hayes-Lemmerz.
© www.general-anzeiger-bonn.de
(14. Mai 2001)
Blicke hinter die Kulissen
Drei Wochen , vom 26. November bis zum 14. Dezember 2001,
besuchten die Schüler der Jahrgangsstufe
9 der Realschule verschiedenartige Betriebe der Umgebung. Das Handwerk,
die Industrie und der Handel waren traditionell gleichermaßen vertreten.
Auch die Schüler/-innen des Gymnasiums beteiligten sich wieder über zwei
Wochen am Betriebspraktikumsangebot der CJD Jugenddorf-Christophorusschule
Königswinter.
Den besonderen Schwerpunkt bildeten in diesem Jahr die Medienberufe.
In beiden Schulformen herrschte große Neugierde, hinter die Kulissen von
Funk, Fernsehen und Theater zu schauen. Die Palette der Theaterberufe
reichte von der Kostümbildnerin und dem Kulissenbauer bis hin zum Schauspieler
und zur Regieassistenz. Auch Einblicke in den kaufmännischen Teil eines
Theaterbetriebes wurden von Schülern gesucht. Die Mitarbeit an der Produktion
der Oliver Geissen Show, im Schneideraum zur Herstellung eines Dokumentarstreifens
oder an den pyrotechnischen Effekten von Ankes Silvesterparty gehörte
ebenso zum Erlebnishorizont einzelner Schüler/-innen wie das Eintreiben
von GEZ-Gebühren. Die moderen Elektronik spielte auch für Konferenztechniker
und im Musikalienhandel eine spezifischen Rolle.
Unter den medizinischen Berufsfeldern dominierten die REHA-Berufe
des Ergo- und des Physiotherapeuten. Pädagogische Praktika waren in diesem
Jahr fast völlig out. Lediglich zwei Schülerinnen interessierten sich
noch für den Beruf einer Erzieherin.
Darüber hinaus fiel auf, dass fast ein Viertel der Schüler/-innen
lange und unbequeme Wege auf sich genommen hatten, um ihren Arbeitsplatz
zu erreichen. Als große Hilfe erwies sich dabei das Schülerticket. Es
ermögliche zwei Realschülern sogar den Weg bis Bayer Leverkusen kostenfrei
mit dem öffentlichem Nahverkehr zurückzulegen, um dort die Ausbilder und
ihre Werkstätten kennenzulernen. „Wenn ich hier einen Ausbildungsplatz
bekomme, dann suche ich mir auch eine eigene Wohnung. Bei der Fahrerei
hat man ja keine Zeit mehr für sich selbst.“, so lautete das erste Fazit
während des Besuchs- und Gesprächstermins mit Herrn Feldkötter, dem Koordinator
des Betriebspraktikums.
Zusätzlich zu den beruflichen Erfordernissen hatten alle
Schüler/-innen ihre Erfahrungen in Bild und Schrift dokumentieren müssen.
Die daraus resultierenden Fotodokumentationen und Präsentationsplakate
fanden ihre verdiente Anerkennung während der Abendveranstaltung „FORUM
BERUF 2002“. Eine gemischte Jury wählte aus 121 Fotodokumentationen die
Arbeiten von fünf Schüler/-innen aus, die zum Sommerfest ausgezeichnet
werden.
Wilhelm
Feldkötter
Ein einmaliger
Tag auf dem Petersberg
Die Berufswahl ist für junge
Leute meist auch eine Entscheidung fürs Leben. Der beste Weg, herauszufinden,
ob der Traumjob tatsächlich das ist, was man sich darunter vorstellt,
ist, ihn vorher auszuprobieren. Gelegenheit hatte ich dazu während
meines dreiwöchigen Praktikums.
Mein Traumjob ist es, Hotelfachmann
zu werden. Das Berufspraktikum auf dem Petersberg zu absolvieren, stand
im April 2001 fest. Am 26. November 2001 sollte das Praktikum beginnen,
zwei Tage bevor die kurzfristig angesetzte Afghanistankonferenz auf dem
Peterberg nach Königswinter anberaumt worden war. Da die Konferenz
unter höchster Sicherheitsstufe ablaufen würde, nahm ich in
der Woche zuvor, telefonisch Kontakt mit der Personalabteilung auf. Die
Angabe meiner Passnummer reichte aus, um den Petersberg betreten zu können.
Am Morgen des ersten Praktikumstages um 8 Uhr wurde ich in Begleitung
des Bundesgrenzschutzes zum Hotel gefahren, da ab der Auffahrt zum Petersberg
nur noch akkreditierte Personen Zugang hatten. Die Weltöffentlichkeit
blickte in den nächsten Tagen auf den Petersberg und ich war mit
dabei.
Meine Tätigkeit begann im
Housekeeping. 87 Zimmer, 12 Suiten und 12 Salons mussten hergerichtet
werden. Teilweise waren die Zimmer schon von Konferenzteilnehmern belegt.
Meine Aufgabe war unter anderem Staubwischen, Betten beziehen und die
Wäschewagen in den Keller zu bringen. Staubsaugen des riesigen Treppenhauses
hinunter bis zur Rotunde, in der die Konferenztische für die Pressekonferenzen
aufgebaut waren. Trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen wurden mir im
Hotel sehr viele Räumlichkeiten gezeigt. Selbst die eigens eingerichteten
Gebetsräume für diesen Gipfel wurden mir gezeigt. Im gesamten
Hotel waren ca. 250 Beamte des Bundeskriminalamtes und des Bundesgrenzschutzes
für die Sicherheit zuständig. So sicher habe ich mich noch nie
gefühlt. So hautnah dabei zu sein, war für mich ein großes
Erlebnis. Nach einem arbeitsreichen Tag, der um 18.30 Uhr endete, verließ
ich den Petersberg. Da die Sicherheitsmaßnahmen für die nächsten
Tage noch weiter verstärkt werden sollten, war eine Fortsetzung meines
Praktikums auf dem Petersberg nicht mehr möglich. Das Praktikum habe
ich dann im Dorint Sporthotel Waldbrunnen Bonn - Siebengebirge in Windhagen
fortgesetzt.
Den 26. November 2001 werde ich
so schnell nicht vergessen.
Dennis
Heinemann, Klasse 10B,
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