| "Er hat alles wohl gemacht - Taube hörend, Stumme
sprechend". Diese Stelle aus dem Markus-Evangelium setzte Frank Paratsch,
der Regionaldirektor des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD), an den Anfang
seiner Festrede zur Amtseinführung des neuen Realschulrektors der CJD
Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter, Andreas Breitenstein.
Damit verknüpfte er den Wunsch, dass der neue Leiter genauso handele
und den Schülern den Übergang von Schule ins "wahre Leben"
so einfach wie möglich machen solle.
Seit dem 1. August 2009 ist Breitenstein Realschulrektor, bei der gestrigen
Feier in der Aula waren rund hundert Vertreter der Schulgemeinschaft,
der Stadt und des CJD anwesend. Schon siebzehn Jahre - also seit der Gründung
- gehört der Kunst-, Technik- und Erdkundelehrer und bisherige Konrektor
zur CJD-Schule. Eigentlich war die Wahl in der ersten Bewerberrunde, damals
noch ohne Breitenstein, schon auf einen Kandidaten gefallen. Doch es ergaben
sich laut Frank Paratsch einige Differenzen, sodass er ins Verfahren einstieg
und als "Chef" wieder herauskam.
Die Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde, Gabriele Althen-Höhn,
wünschte sich, Selbstwertgefühl aufzubauen, was vor allem in
Breitensteins Unterricht der Fall sei. "Viel Neugeschaffenes entsteht
gerade in solch künstlerischen Fächern". Jeder Mensch sei
eben ein Künstler. Brigitte Böttcher, Dezernentin der Bezirksregierung
Köln, gab ihm auf den Weg, dass er so bleiben solle, wie er ist.
Wenn die Schüler auf ihn zukommen, möge er antworten: "Ich
höre, was ihr sagt, aber ich bin nicht auf der Welt, um zu sein,
wie ihr mich haben wollt".
Über die "Schnittchen-Affäre" klärt der Vorsitzende
der Mitarbeitervertretung, Peter Sticksel, das Plenum auf. In den Gründerjahren
des CJD waren Leute aus Sport und Politik zu Gast in der Schule. Als die
Frage nach dem Essen aufkam, überraschte Breitenstein, als er sagte,
es werde besagte Schnittchen geben, er habe sie eingeplant. "So sorgte
er damals schon für die Zufriedenheit aller Beteiligten".
Der neue Schulleiter erinnerte in seinem Schlusswort an Handwerker, denen
es lange Zeit verboten war, innovativ tätig zu sein. Breitenstein
schmiedet schon Pläne, die Qualität der Realschule zu verbessern,
was sich auch in Modernisierungen des Schulgebäudes äußern
wird. Elke Lichtenberg nimmt als neue Realschulkonrektorin sein bisheriges
Amt wahr.
Beide setzten als Zeichen der Veränderung Bauarbeiterhelme auf.
"So werden wir jetzt die ganze Zeit herumlaufen", scherzte Breitenstein
und kündigt damit wohl einen Aufbruch an.
sli, Bonner Rundschau vom 29. September 2009
Andreas Breitenstein ist euer Realschulrektor
Bekanntes Gesicht, neues Tätigkeitsfeld
Seit der Gründung der CJD Jugenddorf-Christophorusschule im Jahr
1992 unterrichte ich hier Kunst, Erdkunde und Politik, war für die
Öffentlichkeitsarbeit, die musische Bildung und den Vertretungsplan
zuständig und seit 2004 Konrektor. Am 1. August 2009 habe ich offiziell
die Leitung der Realschule übernommen.
Bevor ich mit meiner Familie in das schöne Rheinland kam, arbeitete
ich acht Jahre im Beruflichen Bildungszentrum CJD Jugenddorf Wissen und
unterrichtete hier Deutsch, Mathematik, Kunst, Erdkunde, Sozialwissenschaften,
Geschichte und Politik.
Mein Referendariat absolvierte ich in Bad König im Odenwald und war
stellvertretender Leiter der Jugendwerkstadt der Stadt Bad König,
studierte in Gießen und Konstanz, leistete meinen Wehrdienst in
Holzminden an der Weser, erlangte meine Hochschulreife in Kassel und verbrachte
meine Zeit als Jugendlicher und Kleinkind in Höxter/Weser.
Mit der Ernennung zum Rektor erhoffe ich, den Standard der Realschule
zu halten und zu verbessern, unser Profil zu schärfen und die Qualität
unserer Arbeit weiter zu entwickeln. An Innovationen, Visionen und Ideen
soll es nicht mangeln. Um diese umsetzen zu können brauche ich natürlich
Hilfe, die ich mir bei meinen Kollegen, unseren Schülern und Eltern
erhoffe. Mit unserer neuen Konrektorin Frau Lichtenberg und dem Kollegium
sind wir hier schon auf dem besten Weg.
Im Schuljahr 2010/2011 werden wir eine dritte Klasse in der Realschule
einrichten. Diese Klasse soll entweder eine Sport-, Musische- oder Technische-
Profilklasse werden.
Ich ziehe eine Technik-Profilklasse vor, da wir hier an der Schule schon
einige Einrichtungen haben, die wir nutzen könnten, das Kreativhaus
mit seinem Maschinenpark, die Zusammenarbeit mit einigen Firmen aus der
Region und die Berufsvorbereitung in den Klassen 8 bis 10. Weiter möchte
in den Klassen 7 bis 10 nachmittags freiwillige Sprachkurse in Französisch,
Englisch und Spanisch anbieten, um die Schülerinnen und Schüler
in diesen Sprachen zu festigen, und eine spätere Ausbildung oder
Praktikum in EU Staaten zu unterstützen.
Natürlich werde ich die pädagogische Arbeit meiner Vorgänger
in ihrem Sinne und auch im Sinne des CJD fortführen.
Das neue Schulleiterteam Realschule Breitenstein/Lichtenberg wird bewährte
Dinge der letzten 17 Jahre beibehalten, das heißt aber auch, dass
wir Innovationen, Visionen und Zufriedenheit aller in Zukunft kräftig
unterstützen werden.
Andreas Breitenstein
Elke Lichtenberg - neue Realschulkonrektorin
Neues Gesicht im Schulleitungsteam
Mein Name ist Elke Lichtenberg, und ich möchte mich als neue Konrektorin
vorstellen.
Vor langer Zeit sagte ich zu meinen Eltern: "Wenn ich groß
bin, möchte ich Lehrerin werden, oder Forscherin." Und so kam
es dann auch. Nach dem Abitur in Siegburg absolvierte ich in Bonn ein
Lehramtsstudium in den Fächern Biologie und Chemie. So konnte ich
beide kindlichen Berufswünsche kombinieren. Wichtig war mir damals
und ist es auch noch heute, eine Person sein zu dürfen, die einen
Teil dazu beiträgt, junge Menschen zu aufrechten Erwachsenen zu formen.
Ein funktionsfähiger Mechanismus ist heutzutage mehr als der tägliche
Unterricht. An der Realschule Troisdorf wurde ich im Rahmen des Modellversuchs
"Selbstständige Schule" als Mitglied der Steuergruppe daher
über Jahre intensiv geschult. Themen wie Personal-, Konflikt-, Qualitätsmanagement
sowie die Wettbewerbssituation von Schulen und wie man Schule attraktiv
gestalten kann, sind für mich selbstverständlicher Bestandteil
des Schulalltags geworden.
An meinen 20jährigen Sohn konnte ich die Passion des Lehrerberufs
nicht weitergeben - er studiert derzeit Jura.
Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe, auf Sie und auf Euch Schülerinnen
und Schüler.
Elke Lichtenberg
Fotos von der Amtseinführung am 28. August 2009
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