Zeugnisausgabe 2008 am 20. Juni


E n t l a s s u n g s f e i e r

der Abiturienten und Absolventen der Realschule

am Freitag, 20. Juni 2008 17.00 Uhr, Aula

 


Birte Gnau Medley


B E G R Ü S S U N G E N

Dr. Johannes Heide, OStD i.E., Schulleiter Gymnasium
Dr. Jörg Möller, R.R. i.E., Leiter der Realschule

Karina Claus und Jacek Panek Steve Wonder: „You are the Sunshine of my Life“


G R U ß W O R T E

Peter Wirtz, Bürgermeister der Stadt Königswinter


A N S P R A C H E N

Gisela Faßbender, OStR i. E. und Peter Sticksel, OStR i. E., für das Kollegium
Alexander Hoffmann, Jahrgangsstufe 13 des Gymnasiums, für die Schülerschaft
Alexander Foppen, Jahrgangsstufe 10 der Realschule, für die Schülerschaft

Karina Claus und Jacek Panek Alicia Keys: „If I ain’t got you“

Dr. Annette Schuler, für die Eltern der Jahrgangsstufe 13 des Gymnasiums
Peter Welle-Broßwitz, für die Eltern der Jahrgangsstufe 10 der Realschule


A U S Z E I C H N U N G E N

Nazek Raouf und Peter Welle-Broßwitz, für die Schulpflegschaft
Reinhard Koglin, Gesamtleiter CJD Königswinter

Karina Claus und Jacek Panek Carole King: “Too Late”

Johannes Hoffmann, Dane Bilandzija, Christoph Siedentop, Pablo Kaes, Philip Herzog, Malte Beyer, Maximilian Weller, Dominik Hartmann, Nikolas Müller


Z E U G N I S V E R T E I L U N G

Dr. Johannes Heide, OStD i.E., Schulleiter Gymnasium
Dr. Jörg Möller, R.R. i.E., Leiter der Realschule

Ausführende: Gesang: Karina Claus
E-Piano: Jacek Panek
Gitarre: Dominik Hartmann
Flügel: Birte Gnau

Die Realschulabsolventen

Alexander Baden, Hassan Baumgarten, Thomas Bendels, Kai Buchloh, Leon Christ, Joana-Marie Dzenis, Moritz Eckenfels, Judith Faßbender, Johanna Fieberg, Alexander Foppen, Sven Frömbgen, Valentina Gammacurta, David Gestmann, Annica Gößner, Jasmin Herber, Arlena Heumann, Jacqueline Hüls, Thomas Katenkamp, Clarissa Keppler, Sarah Kern, Franziska Kipping, Anne Klöckner, Helga Krez, Sarah Kühn, Joshua Lang, Marcel Mayer, Julia Meyer, Juliane Nürenberg, Jennifer Osmenda, Jennifer Pereira, Can Herwarth Pohl, Sven Redlich, Sarah-Isabelle Rickert, Laura Saal, Manuela Schmitz, Johanna Schmitz, Gero Matthias Schuch, Melanie Senzig, Sanja Siprak, Robin Sonntag, Sven Stahlmann, Niklas Steinebach, Philipp Stephan, Larissa Strach, Ronja Nadine Stucken, Oliver Thiebes, Aynur Tuna, Laure Winterscheid

Die Abiturienten

Friedrich Ackermann, Filip Adelmann, Fé Marlen Aengenvoort, Caroline Alfen, Philipp Aßmann, Florian Baur, Gregory Becker, Malte Beyer, Dane Bilandzija, Tanja Boest, Kristina Brohl, Michael Bryla, Anja Claus, Sonja Dahlke, Laura Damann, Christian Daniels, Janina Dicke, Frauke Diekamp, Karoline Dirks, Maik Dörner, Michaela Doutch, Dietrich Dreesen, Jan Christopher Eckgold, Erik Eisermann, Elisabeth Eßer, Anja Euskirchen, Fabian Funke, Jan Geuenich, Birte C. Gnau, Ilknur Güven, Sarah Hammerl, Maike Hansen, Susanne Hardt, Christopher Harms, Sarah Louise Henn, Philipp Herzog, Anna Hessler, Alexander Hoffmann, Jessica-Lara Hoffmann, Johannes Hoffmann, Jennifer Hoppe, Franziska Jacob, Alyoscha Jans, Pablo Kaes, Anne Kentrup, Andrea Klauß, Maike Klein, Lisa-Marie Koch, Odilia Köpke, Lisa Körver, Roman Konertz, Anna Maria Lange, Jonathan Leh, Eva-Giovanna Lerch, Florian Linke, Daniel Lohrman, Marius Mayer, Sina Meiling, Christian Meyer-Lehner, Louisa Mohn, Philipp Molkentin, Carolin Müller, Kathrin Müller, Nicolas Müller, Saskia Müller, Jessika Nilsson, Sophia Oelmann, Helen Orth, Philipp Panatzek, Sebastian Pfülb, Johanna Prinz, Anna-Christin Quandt, Tim Range, Christian Rasquin, Robin Sandmann, Barbara Sarrazin, Fabia Schlagermann, Benedikt Schlupkothen, Maren Schock, Anita Schöneberg, Henning Schuler, Christoph Siedentop, Benedikt Sierk, Pia Sowade, Jennifer Späth, Vera Sperling, Roland Spürk, Lisa Fiona Stahl, Alexander Steenbergen, Jan Alexander Steffens, Laura Stockmeyer, Joris Stollenwerk, Malte Pascal Stollewerk, Alexander Sturm, Gero Thole, Maren Uhrmacher, Moritz Vogl, Ivo Wawer, Maximilian Weller, Linda Wiedeck, Christoph Wiedenmann, Fabian-Alexander Wirths, Patrick Wittmann, Ecaterina Zdrobau

Generalanzeiger Bonn

 

Dr. Johannes Heide, OStD i.E., Schulleiter Gymnasium

Liebe Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Realschule und des Gymnasiums,
liebe Eltern, Großeltern, Verwandte, Freunde und Bekannte,
meine sehr geehrte Damen, meine Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,


„Elite braucht kein Motto“ und „Abitür – nach dreizehn Jahren abgeschlossen“ – die Mottos der diesjährigen Abschlussklassen zeugen von großem Selbstbewusstsein. Und das, liebe Schülerinnen und Schüler, ist mehr als verständlich, denn Ihr habt nicht nur das zurückliegende, sehr schwierige Schuljahr sehr erfolgreich gemeistert. Wir verab-schieden heute 48 Absolventinnen und Absolventen der Realschule, die meisten mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe, sowie 104 Abiturientinnen und Abiturienten. Alle zum Abitur Zugelassenen haben das Abitur bestanden, 37 mit einer eins vor dem Komma. Auch dies ist eine tolle Leistung.

Deshalb darf ich Euch allen, stellvertretend für die gesamte Schulgemeinschaft, für Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige, die Vertreter der Stadt Königswinter und die Freunde und Förderer unserer Schule, herzlich zum erfolgreichen Abschluss Eurer Schulzeit gratulieren.

Eure Mottos zeigen aber auch Eure Entschiedenheit.
Zehn Schüler wechseln von unserer Realschule in die Oberstufe des Gymnasiums. Euch sagen wir schon jetzt herzlich willkommen. Die meisten von Euch aber haben das Kapitel Christophorusschule abgeschlossen und Ihr sucht neue Herausforderungen für die Zukunft.

Ich möchte Euch, ich möchte Sie daher alle einladen, mit mir über die Zukunft nachzudenken, die der Schülerinnen und Schüler und die der Christophorusschule Königswinter.

Zukunft, so Odo Marquard in seinen philosophischen Betrachtungen über Modernität und Menschlichkeit, Zukunft braucht Herkunft.
Marquard geht es um den Menschen, der sich angesichts der – wie er es nennt – enormen „Wandlungsbeschleunigung“ der modernen Welt wieder seiner Herkunft bewusst werden muss. Es geht ihm um die Versöhnung des „langsamen“ Menschen mit der sich rasant verändernden Welt, der Schnelligkeit der Zukunft. Marquard spielt sich dabei nicht als Kulturkritiker auf, als „Anti-Modernisierer“. Der langsame Mensch ist denn auch nicht der defizitäre Mensch, der nicht Schritt halten kann, sondern der langsame Mensch ist derjenige, der sich seiner kontingenten Traditionen und Üblichkeiten bewusst ist, der die Beliebigkeit der zukünftigen Verän-derungen in Frage stellt und der Verschränkung von Altem und Neuem das Wort redet. Marquard stellt nicht die Freiheit zum Neuen, die Notwendigkeit zu Veränderungen in Abrede, etwa in den Naturwissenschaften, der Technik oder in der Wirtschaft. Es geht ihm vielmehr um Kontinuität im Wandel.

Ich zitiere:

„Je schneller die Modernisierungen werden, desto unausweichlicher nötig und wichtig werden die langsamen Menschen. Denn die neue Welt kann nicht sein ohne die alten Fertigkeiten. Menschlichkeit ohne Modernität ist lahm; Modernität ohne Menschlichkeit ist kalt: Modernität braucht Menschlichkeit, denn Zukunft braucht Herkunft.“

Er verdeutlicht seine These mit einem schönen Beispiel. Kinder, die sich in neuen, ihnen nicht vertrauten Situationen zurecht finden müssen, haben stets Vertrautes, Ihren Teddybären bei sich. Sie kompensieren ihr Vertrautheitsdefizit durch Dauerpräsenz des Vertrauten.

Auch wir Erwachsenen brauchen das Vertraute. Mit Luther oder Goethe durch das Jahr, mit Habermas durch das Studium, mit Reich-Ranicki durch die Gegenwartsliteratur. Vor allem aber brauchen wir Traditionen, ich ergänze Werte, Überzeugungen, wenn wir Neues wagen wollen.

Was also habt Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, mit im Gepäck auf Euren zukünftigen Wegen? Was haben wir Eltern, wir Lehrer Euch mit gegeben?

Neil Postman, der 2003 verstorbene US-amerikanische Medienwissenschaftler und Kulturkritiker, einigen von Ihnen vielleicht bekannt durch seine schonungslosen Analysen „Wir amüsieren uns zu Tode“ oder „Das Verschwinden der Kindheit“ hat in einer Monographie mit dem provokanten Titel „Keine Götter mehr. Das Ende der Erziehung“, die Aufgaben der Schule im Wesentlichen auf zwei Problembereiche zurück geführt.
Er benennt zunächst ein technisches Problem, bei dem Fragen des Wo, des Wann und vor allem des Wie des Lehrens und Lernens gestellt und gelöst werden müssen.
Diesen Problembereich haben wir, so denke ich, im Griff. Eure erfolgreichen Abschlüsse, vor allem aber Eure Fröhlichkeit, Euer freundliches Auftreten sprechen eine eindeutige Sprache.

Die eigentliche Frage „Wofür soll eigentlich gelernt werden?“ kann aber allein, so Postman, die Metaphysik beantworten. Erziehung, so seine pessimistische Zustandsanalyse, ohne Anbindung an einen transzendenten Sinn, lässt Schule zur bloßen Technologie verkommen.

Postmans Forderung einer Werteorientierten schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit findet natürlich meine Zustimmung. Seine pessimistische Einschätzung gilt sicher nicht für die Privatschulen.
Auf unsere Schule bezogen gilt vielmehr, dass hier die unbedingten Stärken unserer Schulgemeinschaft liegen. Wir Lehrer nehmen nicht nur unseren Bildungs-, sondern auch unseren Erziehungsauftrag sehr Ernst. Unser Verweisen auf das christliche Menschenbild als Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit, so mein Eindruck, ist nicht bloßes Lippenbekenntnis.

Und wer Euren schönen Abschlussgottesdienst eben erlebt hat, wer wie ich das Privileg hatte, einen Religionskurs über drei Jahre in der Oberstufe begleiten zu dürfen, der sieht sich in dieser Auffassung bestätigt.

Angesichts der grundlegenden schulpolitischen Veränderungen, ich nenne als Stichworte nur G8, die zunehmende Standardisierung von Bildungsabschlüssen oder die Tendenzen zur Ganztagsschule, bestehen vielmehr Befürchtungen dahin gehend, dass Schulen in privater Trägerschaft wie die Christophorus
schule zunehmend weniger pädagogischen Freiraum erhalten. Deshalb müssen wir jenseits aller notwendigen Veränderungen, die auch bei uns in Königswinter im kommenden Jahr anstehen, stärker denn je darauf achten, dass wir uns treu bleiben, das nicht aus den Augen verlieren, was unsere Schule trägt. Wir müssen nicht nur fragen, wozu gelernt wird, sondern in welchem Geist gelehrt und gelernt wird. Mein Wahlspruch lautet „Alles muss sich ändern, damit alles so bleibt, wie es ist.“ Denn: Zukunft braucht Herkunft.

Liebe Schülerinnen und Schüler, was geben wir Euch heute mit auf den Weg?

Gestern Abend haben wir gefeiert. Nicht den Sieg der deutschen Mannschaft bei der EM. Das später sicher auch. Nein, es war die Premiere unseres Musicals „Dos mundos contrarios“. Eine wunderbare Aufführung. Die Kulissen hinter mir weisen noch darauf hin. Es handelt von Jugendlichen, die aus zwei unterschiedlichen Welten zu kommen scheinen und die das Schicksal zusammengeführt hat. Das Musical ist Teil unseres Jugenddorf-Programms, dessen zentrales Thema die „Straßenkinder“ sind. Es war, so berichten mir die Lehrer, nicht schwer, Euch Schüler für unsere Projekte zu sensibilisieren und für die Mitarbeit etwa im Musical zu begeistern. Das Grundanliegen, dass wir nur diese eine Erde und den einen Himmel haben, und dass es zu der Vision vom friedlichen Zusammenleben und dem gemeinsamen Weg in eine bessere Zukunft keine Alternative gibt, ist bei Euch gut aufgehoben.
Mit geht seit gestern ein Lied nicht mehr aus den Ohren. Es wird in der Originalversion gesungen von Jaci Velasques: „Un lugar celestial“, gestern mit einem deutschen Text versehen, wunderbar interpretiert von zwei Schülerinnen der Sekundarstufe I.

Im Refrain findet sich eine Zeile, die die Wünsche und Hoffnungen der Kinder im Musical zusammenführt und die auch zu unserer Feier heute passt:

„Just a little bit of heaven“

Das ist es, was wir Euch allen wünschen, nicht nur für die jetzt sicher folgenden Feiern bis hin zum Abitur-Ball am 28. Juni, erstmals nicht hier in unserer Aula, sondern im Beueler Brückenforum:

„Ein Stück vom Himmel“

Ich wünsche Euch von Herzen für die Zukunft alles erdenklich Gute, Glück, Zufriedenheit und Gesundheit, den Euren unbedingten Begabungen entsprechenden Erfolg in Studium, Ausbildung und Beruf und vor allem auf allen Euren Wegen Gottes Segen!


Zu den Fotos der Abschlussbälle:

Abiturball 2008

Realschulball 2008

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
       

Fotos: Tobias Mayer