Handyfasten der 7. Klassen: neue Gefühle wurden entdeckt

14.03.2016 CJD Königswinter « zur Übersicht

Die gut 200 Schüler aus den insgesamt acht Klassen der 7. Jahrgangsstufe haben vor Ostern traditionell gefastet - und 5 Tage freiwillig auf ihr Handy verzichtet  (eigentlich waren es netto nur 4 Tage). Am Montag wurden die Handys in einem Umschlag schlafengelegt. Dieser wurde liebevoll und ganz retro mit Siegelwachs versiegelt. Während der Woche gab es in den unterschiedlichen Fächern immer wieder Anknüpfungspunkte, über das bisher Erlebte und Gefühlte  zu reden. Am letzten Schultag wurde die Aktion mit einer "Erweckungszeremonie" offiziell beendet. Die IT-Lehrerin Frau Kottmann-Körver führte durch diese Stunde und befragte Schüler auf dem Podium zu ihren Eindrücken. Gemeinsamer Nenner von Anna, Simon, Marie, Laura, Alex, Leander, Nicola und Justus war, dass sie die Langeweile kennengelernt haben. Viele haben die Spiele, den kurzen Blick aufs Handy, die kurze Notiz über Befindlichkeit oder zur Verabredung, die Musik schon vermisst. "Ich habe die Hausaufgaben für Donnerstag bereits am Montag gemacht, weil ich die Zeit hatte. Danach habe ich mich wieder gelangweilt." Auch die Verabredungen konnten nicht so spontan erfolgen, sondern man musste bereits am Vorabend miteinander (richtig) telefonieren. "Meine Konzentration bei den Hausaufgaben war schon besser, weil ich nicht durch Whatsapp abgelenkt war". Auf die Frage, wer die 5 Tage durchgehalten habe, gingen eigentlich alle Hände hoch. Danach wurden die Siegel gebrochen. Viele haben einige hundert Nachrichten "verpasst". Rekord - falls man hier von Rekord sprechen sollte - waren 3268 entgangene Whatsapps.

Persönliche Anmerkung: bei 16 Wachstunden pro Tag und netto 4 Tagen waren die Schüler rd. 64 Stunden "abwesend", das sind 3840 Minuten. Wenn man das zu den 3268 Nachrichten in Relation setzt, braucht man gar nicht viel zu rechnen....

Dr. Siggi Gerken