Dobrzen Wielki (Groß-Döbern) - CJD Königswinter 2003 II

 

Junge Polen und Deutsche begegneten einander Schüleraustausch unter dem Motto: "Wir bauen unser Europa" zwischen CJD und Dobrezeniu Wielki

Unter dem Thema "Wir bauen unser Europa" begegneten sich eine ausgefüllte Woche lang Schülerinnen und Schüler der Jugenddorf Christophorusschule Königswinter und 20 junge Auszubildende des Liceums Ogólnoksztalcaca w Dobrzeniu Wielkim aus Polen.

Dobrzen Wielki liegt in der Nähe der Stadt Opole (ehemals Oppeln) unweit der Metropole Breslau. Als Gastgeber engagierten sich die Jahrgangstufe 10, insbesondere die Klasse 10D, unter der organisatorischen und pädagogischen Regie von Wilhelm Feldkötter, Lehrer für Deutsch und Sozialwissenschaften. Wilhelm Feldkötter war bereits in den diesjährigen Osterferien nach Dobrzen Wielki gereist, um seinen Schülern eigene und frische Eindrücke vorab nahe zu bringen und sie teilhaben zu lassen an seiner Begeisterung für Land und Leute. Begleitet wurden die polnischen Schüler von ihrer Lehrerin Aneta Przywara und- dies war auch für die Jugendlichen eine Besonderheit- von dem dortigen Schulleiter des Liceums Hubert Kolodziej. Das Wochenprogramm zeigte sich breit gefächert und setzte neben interessanten Ausflügen wie dem Besuch des Haus Schlesien, Stadtbesuch in Bonn mit Besichtigung des Haus der Geschichte, Wasserwerk, Bundestag und -rat, einer Busreise nach Koblenz mit Ausflug zu der Festung Ehrenbreitstein und einem "Erkundungsgang" zu den Natur- und Baudenkmälern des Siebengebirges Schwerpunkte in bedeutenden Themen aus Geschichte, Bildung und Politik.
Namhafte Referenten aus Politik und Wissenschaften vermittelten den Jugendlichen wichtige Einblicke und leuchtten in fünf "Schwerpunktgsprächen" aktuelle Fragestellungen aus, die die deutschen und polnischen Schüler in Arbeitsgruppen bearbeiten und in anschließenden Diskussionsrunden vertiefen konnten. Schulleiter Hubert Kolodziej misst dem Besuch seiner Schüler angesichts der fortschreitenden Entwicklung Polens und dem angestrebten Beitritt des Landes in die EU im Jahre 2004 große Bedeutung zu. "Opole ist diesbezüglich eine sehr aktive Gemeinde mit vielen deutschsprachigen Bürgern" erläuterte Kolodziej. So zähle Opole mit 5000 Einwohnern und an die 800 verschiedenen Unternehmen zu den begüterten des Landes.
Die Pflege und die Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen diene hier einmal mehr als Brückenschlag zwischen zwei Nationen, die nach vielen Jahren der Abgrenzung die Gemeinsamkeiten erkannt haben und durch wechselseitige Impulse einander eine Menge zu geben hätten. Ein Brückenschlag, der damit auch jenen wesentlichen Beitrag zu einem vereinigten Europa leiste, interessante Einblicke gab Sclulleiter Kolodziej in den Aufbau des polnischen Bildungswesens. Um soziale Ungleichheiten im Bildungszugang zu beseitigen, trat in Polen 1999 eine Bildungsreform in Kraft. Seither gibt es in Polen eine sechsjährige Grundschule, gefolgt von einer dreijährigen Gymnasialstufe, die für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist. Danach kann zwischen einem dreijährigen Fachlyzeum und anschließendem Abitur oder eirner zwei- bis dreijährigen Berufsschule mit anschließender Berufsprüfung gewählt werden. Diese Möglichkeiten haben die Jugendlichen auch in Dobrzen Wielki. Andere Schulen bieten darüber hinaus einen technischen Zweig an. Ebenso wie in Deutschland können Abiturienten zwischen Hochschul-und Fachhochschulstudium wählen. Es existiert ein zweiter Bildungsweg. Der lange gemeinsame Ausbildungsweg über neun Jahre ermöglicht einen "Intergrationsprozess, der lange getragen wird". So haben auch die schwächeren Schüler die Chance ihre Fähigkeiten zu entfalten, ohne bereits nach vier Jahren wie inDeutschland, aufgesplittet zu werden in Schulformen, in die sie vielleicht nicht hinein gehören. "In der Natur blühen auch nicht alle Blumen gleichzeitig", so der erfahrene polnische Schulleiter poetisch. Insgesamt zeigten sich die die polnischen Besucher und ihre deutschen Gastgeber mit dem Austausch im Sinne einer deutsch-polnischen Freundschaft sehr zufrieden. Die Schüler des CJD freuen sich ihrerseits auf einen baldigen Gegenbesuch.

© www.extra-blatt.de (11. Juni 2003, Iris Zumbusch)

Der Gedanke an die EU weckt Enthusiasmus
Unter dem Motto „Wir bauen für unser Europa" ist derzeit eine Gruppe polnischer Jugendlicher zu Gast in Königswinter. Treffen mit MdB Norbert Röttgen
Europa wächst zusammen. und Königswinter macht mit. Konkret fördert derzeit die Jugenddorf Christophorusschule (CJD) den Kontakt polnischer und deutscher Jugendlicher und führt einen Schüleraustausch durch.
Am Sonntag kamen die Gäste aus Dobrzen Wielki nach einer fast 16-stündigen Fahrt in Königswinter an. Dort wurden sie von ihren Gastfamilien, Schulleiter Hans-Joachim Gardyan und dem Koordinator des Austausches, Wilhelm Feldkötter, freundlich begrüßt. Nach einer kurzen Stärkung im Internat fuhren die 17- und 18-jährigen Polen in die einzelnen Gastfamilien, um sich für das bevorstehende Programm auszuruhen. Wilhelm Feldkötter erklärte derweil die Intention des Austausches, der bis zum kommenden Freitag dauern wird.
Wir bauen unser Europa", lautet das Motto dieser Woche. Die polnischen Gäste kommen aus einer Region, in der Polen und Deutsche zusammenleben. Viele der Jugendlichen sprechen aus diesem Grund fast perfekt deutsch. Dies wird in Dobrzen Wielki auch durch bilinguale Unterrichtsangebote gefördert. Im Hinblick auf den geplanten Beitritt Polens zur EU soll dieser Austausch also zur Integration beitragen, denn Feldkötter weiß, dass „Integration ein langwieriger Prozess ist.
Die deutschen Jugendlichen haben in den vergangenen Wochen deshalb viel über die Kriegszeit, Vertreibung und Gastarbeiter in Deutschland gesprochen. Über die gesamte Woche werden zahlreiche Veranstaltungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten angebotenen. Zum Thema „Parlamentarismus im Zeichen der Versöhnung" trafen die Jugendlichen beispielsweise gestern im Haus Schlesien mit dem Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen (CDU) zusammen.
In den kommenden Tagen werden dann weitere Gespräche mit Experten zu Themen wie Bildungschancen und die Rolle der Gewerkschaften im zukünftigen Europa sowie die Entwicklung der außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen folgen. Natürlich stehen während ihres Besuchs auch Ausflüge ins Siebengebirge und die umliegende Region auf dem Programm. Der Leiter der polnischen Schule, Hubert Kolodziej, hofft, dass seine Schüler am nächsten Wochenende als „Europaenthusiasten" nach Hause fahren.
Dann nämlich werden die stimmberechtigten Jugendlichen beim polnischen Referendum über den Beitritt ihres Heimatlandes zur EU abstimmen.

© www.general-anzeiger-bonn.de (3. Juni 2003, Joscha Duhme)

Zu Teil 3 Berichte und Fotos vom Austausch Dobrzen Wielki (Groß-Döbern)-CJD Königswinter

Zu Teil 1 Berichte und Fotos vom Austausch Dobrzen Wielki (Groß-Döbern)-CJD Königswinter


Fotos vom Vortragsabend mit Oskar Grünberg am 3. Juni und vom Grillabend am
5. Juni 2003
     

Fotos von der Abfahrt am 6. Juni 2003


Fotos: Tobias Mayer