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Junge Polen und Deutsche begegneten einander
Schüleraustausch unter dem Motto: "Wir bauen unser Europa"
zwischen CJD und Dobrezeniu Wielki
Unter dem Thema "Wir bauen unser Europa" begegneten
sich eine ausgefüllte Woche lang Schülerinnen und Schüler
der Jugenddorf Christophorusschule Königswinter und 20 junge Auszubildende
des Liceums Ogólnoksztalcaca w Dobrzeniu Wielkim aus Polen.
Dobrzen Wielki liegt in der Nähe der Stadt Opole (ehemals
Oppeln) unweit der Metropole Breslau. Als Gastgeber engagierten sich die
Jahrgangstufe 10, insbesondere die Klasse 10D, unter der organisatorischen
und pädagogischen Regie von Wilhelm Feldkötter, Lehrer für
Deutsch und Sozialwissenschaften. Wilhelm Feldkötter war bereits
in den diesjährigen Osterferien nach Dobrzen Wielki gereist, um seinen
Schülern eigene und frische Eindrücke vorab nahe zu bringen
und sie teilhaben zu lassen an seiner Begeisterung für Land und Leute.
Begleitet wurden die polnischen Schüler von ihrer Lehrerin Aneta
Przywara und- dies war auch für die Jugendlichen eine Besonderheit-
von dem dortigen Schulleiter des Liceums Hubert Kolodziej. Das Wochenprogramm
zeigte sich breit gefächert und setzte neben interessanten Ausflügen
wie dem Besuch des Haus Schlesien, Stadtbesuch in Bonn mit Besichtigung
des Haus der Geschichte, Wasserwerk, Bundestag und -rat, einer Busreise
nach Koblenz mit Ausflug zu der Festung Ehrenbreitstein und einem "Erkundungsgang"
zu den Natur- und Baudenkmälern des Siebengebirges Schwerpunkte in
bedeutenden Themen aus Geschichte, Bildung und Politik.
Namhafte Referenten aus Politik und Wissenschaften vermittelten den Jugendlichen
wichtige Einblicke und leuchtten in fünf "Schwerpunktgsprächen"
aktuelle Fragestellungen aus, die die deutschen und polnischen Schüler
in Arbeitsgruppen bearbeiten und in anschließenden Diskussionsrunden
vertiefen konnten. Schulleiter Hubert Kolodziej misst dem Besuch seiner
Schüler angesichts der fortschreitenden Entwicklung Polens und dem
angestrebten Beitritt des Landes in die EU im Jahre 2004 große Bedeutung
zu. "Opole ist diesbezüglich eine sehr aktive Gemeinde mit vielen
deutschsprachigen Bürgern" erläuterte Kolodziej. So zähle
Opole mit 5000 Einwohnern und an die 800 verschiedenen Unternehmen zu
den begüterten des Landes.
Die Pflege und die Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen diene
hier einmal mehr als Brückenschlag zwischen zwei Nationen, die nach
vielen Jahren der Abgrenzung die Gemeinsamkeiten erkannt haben und durch
wechselseitige Impulse einander eine Menge zu geben hätten. Ein Brückenschlag,
der damit auch jenen wesentlichen Beitrag zu einem vereinigten Europa
leiste, interessante Einblicke gab Sclulleiter Kolodziej in den Aufbau
des polnischen Bildungswesens. Um soziale Ungleichheiten im Bildungszugang
zu beseitigen, trat in Polen 1999 eine Bildungsreform in Kraft. Seither
gibt es in Polen eine sechsjährige Grundschule, gefolgt von einer
dreijährigen Gymnasialstufe, die für alle Schülerinnen
und Schüler verpflichtend ist. Danach kann zwischen einem dreijährigen
Fachlyzeum und anschließendem Abitur oder eirner zwei- bis dreijährigen
Berufsschule mit anschließender Berufsprüfung gewählt
werden. Diese Möglichkeiten haben die Jugendlichen auch in Dobrzen
Wielki. Andere Schulen bieten darüber hinaus einen technischen Zweig
an. Ebenso wie in Deutschland können Abiturienten zwischen Hochschul-und
Fachhochschulstudium wählen. Es existiert ein zweiter Bildungsweg.
Der lange gemeinsame Ausbildungsweg über neun Jahre ermöglicht
einen "Intergrationsprozess, der lange getragen wird". So haben
auch die schwächeren Schüler die Chance ihre Fähigkeiten
zu entfalten, ohne bereits nach vier Jahren wie inDeutschland, aufgesplittet
zu werden in Schulformen, in die sie vielleicht nicht hinein gehören.
"In der Natur blühen auch nicht alle Blumen gleichzeitig",
so der erfahrene polnische Schulleiter poetisch. Insgesamt zeigten sich
die die polnischen Besucher und ihre deutschen Gastgeber mit dem Austausch
im Sinne einer deutsch-polnischen Freundschaft sehr zufrieden. Die Schüler
des CJD freuen sich ihrerseits auf einen baldigen Gegenbesuch.
© www.extra-blatt.de
(11. Juni 2003, Iris Zumbusch)
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Der Gedanke an die EU weckt Enthusiasmus
Unter dem Motto Wir bauen für unser Europa"
ist derzeit eine Gruppe polnischer Jugendlicher zu Gast in Königswinter.
Treffen mit MdB Norbert Röttgen
Europa wächst zusammen. und Königswinter macht mit. Konkret
fördert derzeit die Jugenddorf Christophorusschule (CJD) den Kontakt
polnischer und deutscher Jugendlicher und führt einen Schüleraustausch
durch.
Am Sonntag kamen die Gäste aus Dobrzen Wielki nach einer fast 16-stündigen
Fahrt in Königswinter an. Dort wurden sie von ihren Gastfamilien,
Schulleiter Hans-Joachim Gardyan und dem Koordinator des Austausches,
Wilhelm Feldkötter, freundlich begrüßt. Nach einer kurzen
Stärkung im Internat fuhren die 17- und 18-jährigen Polen in
die einzelnen Gastfamilien, um sich für das bevorstehende Programm
auszuruhen. Wilhelm Feldkötter erklärte derweil die Intention
des Austausches, der bis zum kommenden Freitag dauern wird.
Wir bauen unser Europa", lautet das Motto dieser Woche. Die polnischen
Gäste kommen aus einer Region, in der Polen und Deutsche zusammenleben.
Viele der Jugendlichen sprechen aus diesem Grund fast perfekt deutsch.
Dies wird in Dobrzen Wielki auch durch bilinguale Unterrichtsangebote
gefördert. Im Hinblick auf den geplanten Beitritt Polens zur EU soll
dieser Austausch also zur Integration beitragen, denn Feldkötter
weiß, dass Integration ein langwieriger Prozess ist.
Die deutschen Jugendlichen haben in den vergangenen Wochen deshalb viel
über die Kriegszeit, Vertreibung und Gastarbeiter in Deutschland
gesprochen. Über die gesamte Woche werden zahlreiche Veranstaltungen
zu unterschiedlichen Schwerpunkten angebotenen. Zum Thema Parlamentarismus
im Zeichen der Versöhnung" trafen die Jugendlichen beispielsweise
gestern im Haus Schlesien mit dem Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen
(CDU) zusammen.
In den kommenden Tagen werden dann weitere Gespräche mit Experten
zu Themen wie Bildungschancen und die Rolle der Gewerkschaften im zukünftigen
Europa sowie die Entwicklung der außenwirtschaftlichen Beziehungen
zwischen Deutschland und Polen folgen. Natürlich stehen während
ihres Besuchs auch Ausflüge ins Siebengebirge und die umliegende
Region auf dem Programm. Der Leiter der polnischen Schule, Hubert Kolodziej,
hofft, dass seine Schüler am nächsten Wochenende als Europaenthusiasten"
nach Hause fahren.
Dann nämlich werden die stimmberechtigten Jugendlichen beim polnischen
Referendum über den Beitritt ihres Heimatlandes zur EU abstimmen.
© www.general-anzeiger-bonn.de
(3. Juni 2003, Joscha Duhme)
Zu Teil 3 Berichte und Fotos vom Austausch
Dobrzen Wielki (Groß-Döbern)-CJD Königswinter
Zu Teil 1 Berichte und Fotos vom Austausch
Dobrzen Wielki (Groß-Döbern)-CJD Königswinter
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