Stark politisch geprägter Austausch
Polnische Schüler sind eine Woche zu Gast bei der
CJD-Schule Königswinter
Mit den deutsch-polnischen Beziehungen und der Zukunft Polens im Zuge
der Entwicklung Europas beschäftigen sich momentan rund 20 polnische
Schüler gemeinsam mit 20 deutschen Schülern der Jugenddorf Christophorusschule
Königswinter. Ein stark politisch geprägter Schüleraustausch
unter dem Motto Wir bauen unser Europa" findet zwischen den
Königswin-terem und dem polnischen Liceum Ogólnoksztalcace
aus Dobrzen Wielki (Großdöbern) in Oppeln statt.
Wir haben bewusst eine Schule in diesem Gebiet Polens ausgesucht,
in dem viele Deutschstämmige leben", so Schulleiter Hans-Joachim
Gardyan. Denn vor allem in diesen Regionen gebe es Konflikte zwischen
Polen und Deutschen. Den Koordinatoren des CJD gehe es deshalb darum,
die jungen Menschen im europäischen Sinn zusammenzubringen",
so Gardyan.
Die Königswinterer Schüler der zehnten Klassen des Gymnasiums
beschäftigten sich im Vorfeld im Deut-.sch- und Geschichtsunterricht
mit den Themen Vertreibung, Migration und Versöhnung. Es wurde
den Schülern deutlich, dass Integration ein langwieriger Prozess
ist", so Koordinator Wilhelm Feldkötter. Sie sollen jetzt die
Möglichkeit bekommen, Gleichaltrige kennen zu lernen, in deren Umfeld
diese Thematik dauernd eine Rolle spielt und deren Vorfahren sich mit
diesen Problemen am eigenen Leib auseinandersetzen mussten.
Als wichtige Aufgäbe, die Schüler zusammenzubringen und eventuell
eine Partnerschaft daraus entstehen zu lassen, sieht der Schulleiter des
polnischen Liceums, Hubert Kolodziej, das erste Treffen.
Am Sonntag erreichten die Polen Königswinter, bis zu ihrer Abreise
am Freitag werden sie ein mit vielen Aktivitäten und Gesprächen
gespicktes Programm wahrnehmen. Polen und Deutsche - Partner in
der EU": Bei diesem ersten Gespräch am Montag wurden Hoffnungen,
aber auch Befürchtungen angesichts der Ausweitung Europas thematisiert.
Bei einem Besuch bei Bürgermeister Peter Wirtz erfuhren die polnischen
Jugendlichen etwas über Königswinter und seine Migranten".
Am Abend sprach der Landtagsabgeordnete Bernhard von Grünberg (SPD)
über Vertreibung und Versöhnung - aktuelle Fragen".
Gestern besuchten die Schüler das Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf
und das Haus der Geschichte in Bonn. Am Abend hielt Dr. Christoph Rothkegel,
Dozent am Institut für Politikwissenschaft der Bonner Universität
und Vorsitzender der Kreisgruppe Bonn der Landsmannschaft Schlesien, einen
Vortrag über Bildungschancen im zukünftigen Europa".
In den nächsten Tagen gibt es weitere Vorträge, aber auch Besuche
der Drachenburg und des Drachenfels'. © abb
www.rundschau-online.de (3. Juni 2003)