Tinitus-Konzerte am 31. März 2006 (zusammen mit den "Young Spirits") 17. Dezember und 27. September 2005 und 16. Dezember 2004

Fotos vom gemeinsamen Konzert von "Young Spirits" und "Tinitus" am 31. März 2006:

 

 

Bericht vom Konzert in Cognac im September 2005:

Es ist der Abend vom 27. September. Im Theater von Cognac wird es dunkel, letzte Gespräche verstummen, alle Augen richten sich auf die Bühne. Die ersten Takte von "Proud" erklingen und auf der Bühne leuchtet langsam ein Scheinwerfer auf, um die Aufmerksamkeit auf den Gospelchor "Young Spirits" zu richten. Man hört zuerst eine Stimme, die durch den Saal hallt, dann mehrere... und dann kommt der Refrain. Auf der Bühne animiert der Chor das Publikum dazu, zu dem rhythmischen Song mitzuklatschen - was begeistert aufgegriffen wird. Und plötzlich ist die Halle voller Leben, das Publikum greift jede Motivation des Chores auf. Und als dann die Band Tinitus spielt ist das Publikum, das hauptsächlich aus den Teilnehmern des Cognac-Austausches und ihren Freunden und Bekannten besteht, kaum noch zu halten. Ob das Ensemble nun beliebte Klassiker wie "Mustang Sally" oder "Cantaloupe Island" instrumental präsentiert oder mit dem Sänger Christian Hardt oder den Sängerinnen Anna-Lena Heitmüller und Katrin Just Lieder wie "I feel good", "I can't stand the rain" oder "Mas que nada" darbietet, der Saal tobt mit und vorne an der Bühne sammeln sich begeisterte Fans. Unschwer zu sagen war natürlich, dass das Konzert ein voller Erfolg war. Schließlich war es auch das Highlight der einwöchigen Fahrt, die aufgrund einer Einladung von einem Musiklehrer aus Cognac und viel Organisation von Jacek Panek und Angela Neuhaus erfolgte.

Doch der Aufenthalt bot noch viel mehr. Natürlich durfte bei einem ordentlichen Cognacbesuch eine Besichtigung eines bekannten Herstellers, in diesem Falle Hennessy, nicht fehlen. Eine ansprechend gestaltete Führung, bei der man ausführlich in die Herstellung und Geschichte des Genussmittels eingeführt wurde und etwas über die Distillerie und die spezielle Mischung der eaux-de-vie erfuhr, sowie die Bootsfahrt über den Charente und der anschließende Besuch in der elegant eingerichteten Boutique des Quais machten den Nachmittag bei Hennessy zu einem außergewöhnlichem Ereignis.

Ebenso wurden alle Austauschschüler und Teilnehmer des Musikprojektes herzlich vom Bürgermeister im Rathaus empfangen, der betonte, wie sehr solche Austauschprogramme und Projekte die Freundschaft zwischen Cognac und Königswinter förderten. Immerhin sei schon das Orchester Konfetti in Cognac gewesen und so wäre dieses Projekt eine Erweiterung der musikalischen Zusammenarbeit der beiden Städte. Passend zu diesem Event präsentierte der Gospelchor das Lied "Vois sur ton chemin" aus dem bewegenden französischen Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu". Dieses und andere Lieder wurden ebenfalls auf einem weiteren Auftritt vorgestellt.

Selbstverständlich standen auch Proben auf dem Programm, die im Collège Claude Boucher stattfanden. So kam es auch zu einer musikalischen Zusammenarbeit deutscher und französischer Schüler: Der Gospelchor erhielt von einigen Schülern des Collèges Unterstützung und Tinitus präsentierte einen Gastgitarristen. Ein weiterer Vorteil dieser Proben war, dass die Zeit intensiv für die Musik genutzt werden konnte und dass es keinen starken Zeitdruck gab.

Die Teilnehmer des Musikprojektes wurden auf einem Campingplatz direkt am Rande von Cognac untergebracht, der nicht nur mit seiner Lage am Fluss glänzen konnte, sondern auch gut eingerichtete Bungalows und einen Swimmingpool bot. Verpflegung wurde kollektiv mitgebracht, oder aber von den Bungalows besorgt, so dass es großzügige Auswahlmöglichkeiten gab. Außerdem gab es bei den Proben in der Kantine des Collèges Mittagessen, sowie bei einem Restaurant im Ort.

Insgesamt kann man sagen, dass das Projekt sehr viel Spaß gemacht hat und unglaublich viele neue Eindrücke erbringen konnte. Ein großes Dankeschön nochmals an Jacek Panek und Angela Neuhaus, die diese Fahrt ermöglichten und zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

Alexandra Kessler, 10e, und Ruben Cappel 13e

Fotos vom Weihnachtskonzert am 17. Dezember 2005
 

Und wieder ist ein Teil der großen Europatournee von Tinitus abgeschlossen. Diesmal präsentierte sich die überregional bekannte Band gewohnt souverän und künstlerisch anspruchsvoll - Tinitus eben - zusammen mit dem Gospelchor "Young Spirits" vor der tobenden, neu gegründeten Fangemeinde im großen Stadttheater, das zum Bersten voll war.

Schon bei den ersten Stücken des Gospelchors kochte die Stimmung über, vor allem bei den bekannteren Gospels wie "Oh Happy Day". Beim darauffolgenden Auftritt von Tinitus erlebten sowohl der Stimmungsgrad als auch die Temperatur einen Anstieg bis ins Unermessliche - das Einzige, was bei diesem Auftritt fehlte, waren Securitys, die die kreischenden französischen Teenies davon abhielten, unter allen Umständen Christian Hardt, den Sänger von Tinitus, zu berühren, nur um daraufhin in Ohnmacht zu fallen. Selbst nach mehreren Zugaben konnten die Fans nicht genug bekommen und brüllten lautstark nach mehr.

Doch auch außerhalb des Auftrittes hatten unsere Jungs und Mädels aus dem CJD einiges zu erledigen: So standen Besuche bei dem Bürgermeister sowie bei Cognac-Brennereien genauso wie weiter Auftritte des Gospelchores auf dem Programm, die natürlich ebenfalls zum vollen Erfolg wurden. Untergebracht auf einem Campingplatz in "Mobile Homes" war es für die circa 30 Band- und Chormitglieder sowie -Leiter kein Problem, die Abende am Lagerfeuer oder ähnlichem gemütlich zu verbringen und auch sonst die Zeit zu nutzen. Man betrachte bloß die selbstgebastelten Bögen und Schiffe aus allen möglichen und unmöglichen Materialien sowie die Angelerfolge (die nun allerdings nicht mehr zu betrachten sind) von den Anglern unter den Tinitus-Mitgliedern.

So saßen auch durchweg zufriedene Menschen am Donnerstag in dem Bus, der wieder einmal von unseren hervorragenden Busfahrern "Papa Schlumpf" und seinem Sohn gefahren wurde, und sangen beziehungsweise grölten mehrstimmig alle möglichen Songs, was sich für Außenstehende objektiv betrachtet einfach nur ... Nun, zumindest konnten sie glücklich sein, wenn sie Ohropax dabei hatten. Alles in allem also eine sehr gelungene Fahrt, wobei besonderen Dank natürlich und selbstverständlich an unseren Bandleiter, Herr Panek, und unsere Chorleiterin, Frau Neuhaus, sowie an all die diversen Organisatoren gerichtet werden muss.

Alexandra Kessler, 10e, und Ruben Cappel 12e

 


Noel avec Tinitus

Es wird immer dunkler im Saal. Aus dem Black hört man die tiefen Töne eines Saxophons, dann kommen nach und nach Schlagzeug, Trompete, E-Gitarre und Bass hinzu und als die Scheinwerfer aufleuchten, sieht das Publikum auf der Aulabühne ein wunderschön gestaltetes Bühnenbild, das das Rheinufer von Königswinter darstellt.
Davor spielt die Band Del TantCarola ihr Intro, welches langsam in das Stück "Slow Walk Home" übergeht. Nun rundet der ausdrucksvolle Gesang von Verena Landes das Lied perfekt ab und begleitet von lautem Applaus klingt die Melodie aus.
So fängt das Konzert von Tinitus mit der Vorband Del TantCarola nach einer Anmoderation von Kosima Köpke am Abend des 16. Dezembers 2004 an. Eine gute Kombination der Bands, wie viele finden, denn schließlich spielen vier der sechs Mitglieder von Del TantCarola auch in Tinitus. Zudem haben beide Gruppen einen ähnlichen Musikstil: Geprägt von Blues und R'n'B mit einem Latin-Touch und einem facettenreichen Liedspektrum, das sowohl gecoverte, als auch selbstgeschriebene Stücke beinhaltet.
Nach besagtem Lied merkt Schlagzeuger Pablo an, dass die Band bereits vor gut einem Jahr am gleichen Ort aufgetreten sei. "Damals waren wir zu viert und haben zwei Lieder gespielt, jetzt sind wir zu sechst und spielen drei Lieder!", meint er verschmitzt und erntet Gelächter vom Publikum. Und wie versprochen ergänzt Del, wie die Fans die Band nennen, das Vorprogramm mit zwei weiteren bravourösen Stücken ab. Beim letzten bekommt jeder Instrumentalist ein Solo, begleitet von (Namens-)Rufen aus dem Publikum: Bassgitarrist Philipp Herzog, E-Gitarrist Thomas Albrecht, Trompeter Dane Bilandzija, Saxophonist Hannes Hoffmann und Schlagzeuger Pablo Kaes. Von viel Applaus und zahlreichen Rufen gefolgt verlassen einige Mitglieder der Band die hell erleuchtete Bühne, um für Tinitus Platz zu machen. Und von der rechten Seite der Bühne aus kommt das gesamte Ensemble herein, bis sie alle auf der dreieckigen Bühne Platz genommen haben. Prompt geht es mit einer kleinen Anmoderation von Bandleiter Jacek Panek und dem rhythmischen Intro Cantaloop Island los. Direkt danach kommt der schnelle T. Top Funky-Mix und wird vom 4 PM Blues gefolgt. Nun lädt der Bandleiter das Publikum ein, mitzumachen, und die Band fängt an den Stimmungsmacher New Orleans Blues zu spielen. "Say heeeeeeey" singt Jacek Panek und das Publikum singt "Heeeeeeey". Mehrere Personen aus dem Publikum stehen auf und gehen nach vorne, wo sie, je nach Haarlänge, entweder einen Headbang machen oder kreativ tanzen. Nahtlos knüpft das Lied "Pretty woman" an, begleitet von der außergewöhnlichen Stimme von Christian Hardt und die "Tänzer" präsentieren, eingetaucht in rotes Licht, ihr Können. Die knisternde Atmosphäre aufrecht erhaltend spielt die Band den Klassiker Mustang Sally an, zunächst als Instrumental, dann ab der zweiten Strophe mit Sänger. Als Jacek Panek den Stormy Monday Blues mit einer Mundharmonika anfängt, erinnert die Atmosphäre an einen rauchigen New Yorker Jazzclub: "They call it Stormy Monday, baby - but Tuesday is just as bad", schallt die Stimme des Bandleiters, bevor die Band Soul With A Capital S und It All Comes Back präsentiert. Auf diese beiden Stücke folgt das hervorragende Lied Cold Day In Hell. Die Bläser kommen bei diesem Lied perfekt zur Geltung und die einzigartige Stimme vom Sänger gibt ihm den letzten Schliff. Und schon geht es mit einem Santana-Stück weiter: Black Magic Woman. Die Zuhörer werden in eine lateinamerikanische Welt entführt, als an dieses wunderschöne Lied ein weiterer Santana-Klassiker anknüpft. "Oye Como Va" hallt es durch den Saal und Marco Just legt eine bemerkenswerte Performance auf den Perkussion hin - und singt dabei: "Oye como va, mi ritmo...". Dieser spielt gleich im Anschluss mit Jacek Panek das nur von Schlagzeug und Perkussion gespielte "Polen-Solo". Der lateinamerikanische Part wird nun von der Eigenkomposition Salsa T (das T steht natürlich für Tinitus!) abgerundet. Nun betritt Kosima Köpke wieder die Bühne und kündigt eine zehnminütige Pause an, in der viele sich an die Bar drängen, um etwas zu trinken, und man entdeckt auch ein paar der Musiker, die gerade noch auf der Bühne standen.
Nachdem alle sich wieder gesetzt haben, wird eine ruhige Eigenkomposition, Noel avec Tinitus, von Thomas Albrecht auf der E-Gitarre und Jacek Panek auf dem Keyboard gespielt, sodass man als Zuhörer in den Bann dieser besonderen Zusammenstellung gezogen wird. Darauf folgt ein etwas schnelleres Stück, The Blues Car. Und als Christian Hardt schließlich ins Mikro ruft: "Do you feel good?" und die Band das jazzige James-Brown-Stück "I feel good" anspielt, kann man gar nicht anders als mit den Füßen rhythmisch auf den Boden zu klopfen oder mit den Fingern zu schnipsen. Die gleiche Stimmung herrscht, als es tönt "I'm gonna wait till the midnight hour..." und die Lieder Midnight Hour und Summer In The City zu hören sind. Dann verzaubert Sophia von Berg das Publikum mit ihrer glasklaren Stimme und dem Tina-Turner-Lied "I can't stand the rain". Der Zuhörer kann sich in den etwas traurigen Text gut hineinfühlen, und als das Lied von Blues in B Flat gefolgt wird, das so ähnlich klingt wie Stormy Monday Blues, wird man in die Melancholie entführt. Als gelungenes Ende rundet eine Überraschungsversion von New Orleans Blues den Abend ab und alle Zuschauer kommen nach vorne an die Bühne. Als der letzte Ton verklungen ist, hallen Zugaberufe durch die Aula. Sophia von Berg und Christian Hardt versetzen das Publikum mit Knocking On Heavens Door in eine ruhige Stimmung und der ein oder andere zückt sein Feuerzeug um es im Takt hin und her zu schwenken. Und als das Publikum nach dem Lied immer noch nach mehr brüllt, ruft der Sänger ins Mikrofon: "DO YOU FEEL GOOD?" Das Publikum kreischt "Yes!" Schon sind alle wieder im James-Brown-Groove drin, klatschen begeistert in die Hände, tanzen Freestyle oder singen mit. Und als die Zeit nun endgültig zu Ende ist, gibt es einen großen Applaus für die gesamte Band. Es ist offensichtlich, dass sich die Band seit dem letzten Tinitus-Konzert im März weiterentwickelt hat und noch besser geworden ist. Und als das Publikum die Aula verlässt, kann man an ihren Gesichtern genau das ablesen, was sie eben beim Konzert gehört hatten: "I feel good."

Alexandra Kessler, 10e

Fotos vom Konzert am 16. Dezember 2004

     
 

AG-Leitung: Jacek Panek
Konzerttechnik: Veranstaltungstechnik-AG
Fotos: Tobias Mayer