Wir-sind-eine-Welt-AG:

 

 

Unsere Patenschaft von Nataliá Serigo da Silva


Seit dem 10.02.1999 sind im jährlichen Turnus die 9. Klassen unserer Realschule für unser Patenkind Nataliá zuständig, d.h. wir sammeln Geld, damit Nataliá täglich drei warme Mahlzeiten bekommt, die Schule besuchen kann und dazu benötigt sie eine Schuluniform. Außerdem wird sie ärztlich betreut und kann auch an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Sie kann mit unserer Hilfe immer sauberes Wasser trinken. Dies ist keine Selbstverständlichkeit in Brasilien!
Wer Nataliá noch nicht kennt, wird nun einiges über sie erfahren. Nataliá wurde am 7.12.1994 geboren und lebt im Stadtteil „Lagamar“, einem Vorort der Großstadt „Fortaleza“, der Hauptstadt des nordostbrasilianischen Bundesstaates „Ceará“. Mit derzeit ca. 2,3 Millionen Einwohnern ist Fortaleza eine Stadt voller Gegensätze. Weil Fortaleza direkt am atlantischen Ozean liegt und eine Jahresdurchschnittstemperatur von ca. 27°C hat, ist diese Stadt zu einen der beliebtesten Touristenziele aus dem Nordosten Brasiliens geworden. In der Stadtmitte herrscht pulsierendes Geschäftsleben, die Bürohäuser stehen Seite an Seite. Armut und Dürre herrschen außerhalb der Stadt. An der Strandpromenade, wo nur teure Hotels und Restaurants zu sehen sind, begegnen sich die Menschen, die diese Vielfalt und Gegensätzlichkeit verkörpern: Touristen aus dem reichen Süden des Landes und aus aller Welt, Geschäftsleute, Straßenhändler, Straßenkinder.
Der Stadtteil Lagamar, Nataliás Zuhause, liegt im nördlichen Teil Fortalezas und wird vom Coco-Fluss durchströmt. Es wäre eine malerische Landschaft, wenn der Coco- Fluss nicht die Lebenslinie eines großen Elendsviertel wäre: Hütte an Hütte, soweit das Auge reicht. Woher das Wasser stammt, das aus den einzelnen Leitungen kommt, weiß niemand so genau. Die Abwässer des Viertels fließen in den Coco-Fluss, der auch sehr viel Müll mit sich nimmt. Krankheiten grassieren in diesem Viertel, allem voran das Dengue-Fieber, das durch Mücken übertragen wird. Familienleben und Privatsphäre nach unseren Maßstäben sind hier undenkbar.
Wir unterstützen auch Nataliá mit Einnahmen unseres Verkaufs mit Produkten des Fairen Handels im Rahmen der AG “Wir sind eine Welt“. Es würde uns alle freuen, wenn möglichst viele Schüler, Eltern und Lehrer weiterhin bei uns einkaufen. Wir verkaufen an unseren Schulfesten und auch an den Elternsprechtagen. Auf dem letzten Christophorusmarkt haben wie sogar 50 Tütchen mit selbstgebackenen Weihnachtplätzchen verkauft. Von dem Erlös des Kaffee- und Kuchenstandes während der Kleiderbörse im vergangenen Jahr haben wir Nataliá ein Geburtstags- und Weihnachtspäckchen geschickt. Unsere Briefe an Nataliá wurden bisher von Elisa Spiess aus der Jahrgangsstufe 13 (Abi 2002) übersetzt.

Sathiya Püschel Klasse 10a
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Übersetzung von Nataliás letztem Brief aus Fortaleza vom 9. Januar 2002:


Lieber Pate Michael Herbrechter, liebe SchülerInnen,
Es ist mir eine große Freude wieder ein Mal zu schreiben, um ein wenig von meiner Familie zu berichten.
Es hat schon wieder ein neues Jahr begonnen und ich nutze die Gelegenheit, um euch ein Jahr 2002 voll Friede, Gesundheit, Liebe. Erfolg und große Erfüllungen zu wünschen.
Ich schicke euch ein neues Photo auf dem ich mit meiner Schwester Camila zu sehen bin. Dieses Jahr hat für mich wundervoll begonnen, denn am 2. Januar habe ich euer Päckchen mit einem Brief und elf verschiedenen Geburtstagsgeschenken bekommen. Dafür bedanke ich mich aus tiefsten Herzen.
Ich erzähle über mein tägliches Leben. Wieder habe ich ein Schuljahr beendet. Es war ein besonderes Schuljahr. denn ich habe richtig lesen und schreiben gelernt und ich bin stolz, dass ich den Brief, den ich bekommen habe, schon lesen kann. Jetzt werde ich die 1. Klasse gehen und ich freue mich sehr darauf. Die Vorschule habe ich beendet.
Mir und meiner Familie geht es gut ind ich wünsche euch auch alles Gute. Ich beende diesen Brief und warte ungeduldig auf eure Antwort.
Herzliche Grüße von mir und meiner Familie. Ich umarme euch alle.

Nataliá Sérgio da Silva
(übertragen von Sathiya Püschel; Klasse 10a im Juni 2002)

Weitere Informationen über das Patenschaftsprogramm:
www.ccf-kinderhilfswerk.de

AG-Leitung: Irmgard Weufen-Püschel

Fotoübertragung: Tobias Mayer